28. Oktober 2013 - E-Mail-Kommunikation

„Ein Traum für Hacker oder Geheimdienste“

Die App Intro soll Benutzern des Berufsnetzwerks LinkedIn mehr Komfort in der Mailkommunikation bieten. Datenschützer zeigen sich von ihr allerdings wenig begeistert.

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Intro zeigt zusätzliche Infos zum Absender eines E-Mails (Bildquelle: LinkedIn).

Intro ist als mobile Anwendung für die Einsatz auf dem iPhone konzipiert und soll beim Empfang von E-Mails gleich zusätzliche Informationen über den Absender liefern, so denn er im vor allem im beruflichen Umfeld genutzten Sozialen Netzwerk LinkedIn registriert ist. Just dies ist Datenschützern allerdings ein Dorn im Auge. So macht das Wort vom „Traum für Hacker oder Geheimdienste“ die Runde.

Denn da Geräte mit dem Apple-Betriebssystem iOS keine Modifikationen des eigenen Mail-Clients zulassen, muss Intro einen anderen Weg gehen. So leitet das Programm die entsprechende Abfrage nach dem Mail-Eingang an einen Proxy-Server von LinkedIn. Der wiederum holt die Mails beim eigentlichen IMAP-Server ab und ergänzt sie um die LinkedIn-Informationen des Absenders, bevor sie zugestellt werden.

Die von Datenschützern kritisierten Folgen: Alle Mails gehen über die Server des US-Unternehmens LinkedIn und liegen damit quasi im direkten Zugriff staatlicher Stellen. Zudem eröffnen sich durch die Zwischenschaltung eines weiteren Servers zusätzliche Potenziale für Man-in-the-Middle-Attacken, bei denen sich ein Angreifer zwischen die beiden Kommunikationspartner klinkt und den Datenverkehr nach Belieben einsehen und sogar manipulieren kann.

(28.10.2013/fgo)

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