21. März 2014 - E-Mail-Dienste

Durchsuchung von privaten E-Mails rechtens

Microsoft hatte private E-Mails eines Bloggers ohne einen entsprechenden Gerichtsbeschluss durchsucht – wird dafür aber nicht zur Rechenschaft gezogen.

Thinstock/merznatalia Microsoft durfte Mails in seinem E-Mail-Service Hotmail durchsuchen (Bildquelle: Thinstock/merznatalia).

Es ereignete sich 2012: Microsoft erfuhr, dass ein eigener Mitarbeiter interne Informationen und Software-Teile des Betriebssystems Windows 8 an einen französischen Blogger weitergegeben hatte. Um dem allzu auskunftsfreudigen Angestellten auf die Schliche zu kommen, durchsuchte man ohne Gerichtsbeschluss die E-Mails des Bloggers, der für seine digitale Kommunikation ein Konto des Microsoft-eigenen Maildienstes Hotmail nutzte.

Eine Strafverfolgung wegen einer Datenschutzverletzung bleibt dennoch wohl aus. Denn der Software-Riese aus Redmond beruft sich auf die Nutzungsbedingungen von Hotmail, die es erlauben, Postfächer zu durchsuchen, um geistiges Eigentum zu schützen. Der mittlerweile ehemalige Mitarbeiter, der die Firmeninterna weitergegeben hat und der aufgrund der Inhalte der Mail identifiziert werden konnte, muss sich allerdings vor Gericht verantworten.

Der öffentlich geäußerten Kritik an dieser jetzt bekannt gewordenen Vorgehensweise konterte Microsoft mit dem Hinweis, man habe sich dabei an dieselben Standards gehalten wie bei einem Gerichtsbeschluss. Allerdings werde man, so der Chefjurist des Unternehmens John Frank in einem Blog-Beitrag, künftig strengere Vorgaben einhalten, bevor man derartige Durchsuchungen vornehme.

(21.03.2014/fgo)

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