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29. Mai 2017 - Datenschutz-Grundverordnung

DSGVO: Unternehmen bei Vorbereitung im Hintertreffen

Ein Jahr vor Wirksamwerden der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist die Mehrheit der Unternehmen nicht davon überzeugt, zum Stichtag alle Vorgaben einhalten zu können. Wo hakt es besonders?

Mehrheit der unternehmen wird die DSGVO nicht fristgerecht umsetzen Viele deutsche Entscheider zweifeln an der pünktlichen unternehmensinternen Umsetzung der DSGVO-Vorgaben (Bild: sinonimas / iStock / Thinkstock)

81 Prozent der Unternehmen in Deutschland zweifeln daran, dass sie die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung fristgerecht einführen können.

DSGVO hat keine Priorität

Zudem betrachten 58 Prozent der Entscheider die Umsetzung nicht als Priorität in ihren Aktivitäten – trotz der drohenden hohen Bußgelder.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von VansonBourne im Auftrag der Varonis Systems Inc. Für die Untersuchung wurden 500 IT-Entscheidungsträger aus den USA, UK, Frankreich und Deutschland befragt.

Recht auf Vergessenwerden als größtes Problem

Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmer unter anderem gefragt, welche Regelungen ihnen die größten Schwierigkeiten bereiten, wenn es um die angemessene Umsetzung in entsprechende unternehmensinterne Prozesse geht.

Den Antworten zufolge stufen deutsche Entscheider folgende Punkte als größte Problemfelder ein:

  • 57 Prozent sehen beim „Recht auf Vergessenwerden“ Schwierigkeiten in der Identifizierung und im Auffinden der entsprechenden Daten sowie im automatischen Löschen auf Kundenaufforderung.
  • 55 Prozent erwarten bei der Umsetzung eines Privilegienmodells auf Basis der minimalen Rechtevergabe, der Einführung haftbarer Datenbesitzer und der Erstellung entsprechender Nachweise über die Einhaltung von Richtlinien und Prozessen große Herausforderungen.
  • Mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland (52 Prozent) befürchtet Schwierigkeiten bei der Identifizierung personenbezogener Daten. Zudem sei es schwierig festzustellen, wer in welchem Umfang Zugriff auf diese Daten hat.

Weitere Ergebnisse

  • 65 Prozent der Unternehmen haben bislang ein Data Assessment oder interne Audits durchgeführt, um zu prüfen, wer Zugriff auf personenbezogene Daten hat. Bei 55 Prozent der Befragten trat dabei mindestens ein Fall von übermäßigen Zugriffsrechten auf sensible Daten auf.
  • Nur 35 Prozent der Befragten halten das Budget für die Einführung DSGVO-konformer Prozesse für ausreichend. Bei knapp der Hälfte der Unternehmen stammen die Mittel für die DSGVO-Projekte aus anderen Datensicherheits-Projekten.

DSGVO wird positiv bewertet

Trotz der Schwierigkeiten bei der Anpassung unternehmensinterner Prozesse an die Vorgaben der kommenden Verordnung steht die Mehrheit der Unternehmen dem neuen Gesetz positiv gegenüber und sieht in ihm auch Chancen.

  • 50 Prozent der Befragten gaben an, durch die DSGVO ihre Daten besser unter Kontrolle halten zu können, 48 Prozent erkennen Vorteile in der Lokalisierung personenbezogener Daten, und 42 Prozent erwarten ein niedrigeres Risiko für Datenschutzverletzungen. Darüber hinaus versprechen sich 56 Prozent einen Wettbewerbsvorteil durch die Verordnung.
  • 39 Prozent der Unternehmen verfügen bereits über einen Hauptverantwortlichen für Datenschutz, 20 Prozent wollen eine adäquate Stelle innerhalb der nächsten sechs Monate, 30 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate einrichten.

Sowohl in Deutschland (85 Prozent) als auch weltweit (76 Prozent) herrscht Einigkeit in der Auffassung, dass die Bundesrepublik wohl am strengsten die Umsetzung überprüft und Verstöße ahnden wird.

fgo

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