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11. Dezember 2017 - Umfrage

DSGVO: Kleinere Unternehmen fühlen sich benachteiligt

Die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt hohe Anforderungen an Unternehmen und setzt sie mit den verankerten Strafmaßnahmen unter Zugzwang. Hier sehen sich kleinere Unternehmen benachteiligt, wie eine Umfrage ergeben hat.

KMUs fühlen sich durch die DSGVO benachteiligt Mehr Aufwand, höhere Strafen? (Bild: sinonimas / iStock / Thinkstock)

Das Unternehmen Team Drive hat im Rahmen der Fachmesse it-sa in Nürnberg die Besucher um deren Einschätzung zur DSGVO gebeten.

94 Prozent der Besucher sind demnach der Ansicht, dass die Datenschutz-Grundverordnung durch ihre strikten Vorgaben gerade kleinere und mittlere Unternehmen gegenüber größeren Firmen benachteilige.

Bisher wenig Auseinandersetzung mit dem Thema Datenschutz

Die Umfrageteilnehmer erklären dies damit, dass kleinere Unternehmen in der Vergangenheit bisher wenig Veranlassung gesehen haben, sich mit dem Thema Datenschutz eingehender zu beschäftigen.

Teilweise wurde auf die Benennung eines Datenschutzbeauftragten verzichtet. Denn das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) habe ja Spielraum gelassen. Die kleineren Unternehmen sehen jetzt den Status quo gravierend verändert.

Unternehmensentwicklung vom Datenschutz ausgebremst?

Das Ergebnis der Umfrage zeigt deutlich die Befürchtung, dass die Vorgaben der DSGVO die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen ausbremsen könnten:

  • 78 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Ansicht, dass die Wachstumskurve deutlich langsamer ansteigen wird.
  • 77 Prozent befürchten, dass die Vorschriften die Flexibilität und Effizienz in der Firma minimieren.

Strafandrohung als existenzgefährdend betrachtet

Grundsätzlich begrüßen die Befragten die hohen finanziellen Strafen, die in der DSGVO verankert sind. Denn nur das Prinzip der Abschreckung könne einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten erreichen.

Aber 63 Prozent sehen die möglichen Strafsummen als überzogen. Unter Umständen könnten diese bei jungen Unternehmen sogar deren Existenz gefährden.

Stephan Lamprecht