Gratis
11. Januar 2018 - DSGVO

DSGVO für Vermieter – Achtung Haftungsfalle

Mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erhalten Verbraucher mehr Auskunftsrechte. Und die neuen Vorschriften gelten auch für Vermieter, Makler und Verwalter.

DSGVO gilt auch für Vermieter Nicht nur Makler und Wohnungsbaugesellschaften, sondern auch private Vermieter haben sich an die DSGVO zu halten. (Bild: Stadtratte / iStock / Thinkstock)

Große Wohnungsbau-Gesellschaften oder Maklerbüros sind sich meist bewusst darüber, dass sie unter die Regelungen der DSGVO fallen. Doch bei privaten Vermietern ist das häufig nicht der Fall.

Aber auch sie verarbeiten gewerbsmäßig regelmäßig personenbezogene Daten, nämlich die von Mietern und Miet-Interessenten.

Haftungsfalle: Beauftragung Dritter

Im Rahmen der DSGVO müssen die verantwortlichen Stellen dokumentieren, was mit den gespeicherten Daten geschieht und wer darauf Zugriff hat. Dazu sind in diesem Fall auch die Vermieter verpflichtet.

An dieser Stelle lauert eine Haftungsfrage. Denn die meisten Vermieter und auch Verwalter von Immobilien haben Dienstleistungen rund um das Vermietungsobjekt ausgelagert.

Ein klassisches Beispiel sind die Ablesedienste, die einmal jährlich die Zählerstände zusammenstellen und eventuell sogar die Heizkostenabrechnung durchführen.

Das bedeutet für die Vermieter, dass sie sich vergewissern müssen, dass der Dienstleister die Regeln der DSGVO einhält.

Vermieter gehen bei Verstößen gegen die Verordnung auch für beauftragte Dienstleister in die Haftung. Das stellt Inka-Marie Storm, Chefjustiziarin des Eigentümerverbands Haus & Grund Deutschland, fest.

Sammeln, speichern, löschen

In diesem Zusammenhang relevant ist auch das Gebot, Daten zu löschen, die der Vermieter nicht mehr benötigt.

Sammeln und speichern dürfen Vermieter alles, was für die Anbahnung, die Dauer und das Ende des Mietverhältnisses relevant ist. Dazu zählen:

  • Personalien,
  • Selbstauskünfte und
  • Abrechnungen.

Es geht aber um das konkrete Mietverhältnis. Das bedeutet, dass der Verantwortliche die Unterlagen eines Mietinteressenten löschen muss, wenn der Mietvertrag nicht zustande gekommen ist.

Mit Ende ihres Auftrags sind auch Makler, Verwalter und andere Dienstleister verpflichtet, die ihnen übertragenen Daten löschen.

Ohne unangemessene Verzögerung sind die Daten der Mieter zu löschen, sobald die Daten ihren Zweck erfüllt haben. Das ist spätestens mit dem Auszug der Fall.

Sind Nebenkostenabrechnungen und Kaution abgerechnet, wandern die Daten des Mieters in den Papierkorb. Es sei denn, zwischen Mieter und Vermieter ist ein Rechtsstreit anhängig. In diesem Fall darf Letzterer die Daten erst nach dem Ende des Konflikts löschen.

Stephan Lamprecht