2. August 2016 - Datenhoheit

Anwender fordern mehr digitale Selbstbestimmung

Viele Menschen misstrauen dem Schutz ihrer Daten im Internet. Ein großer Prozentsatz geht davon aus, dass Unternehmen unbemerkt auf ihre persönlichen Informationen zugreifen und die Daten ihrer Kunden an andere weitergeben.

Internet-Nutzer fordern mehr digitale Selbstbestimmung Wer hat welche Daten von mir? Die meisten Internet-Nutzer kritisieren mangelnde Transparenz (Bild: iStock / Thinkstock)

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Digitale Selbstbestimmung“ des Cologne Center for ethics, rights, economics, and social sciences of health (ceres). Die Zahlen sprechen für sich:

  • 91 Prozent der Nutzer gehen davon aus, dass im Internet unbemerkt auf persönliche Daten zugegriffen wird.
  • 82 Prozent nehmen zudem an, dass Kundendaten von Unternehmen, bei denen sie einen Einkauf getätigt haben, ihren Weg auch zu anderen Firmen finden.

Mehr Transparenz gefordert

Die mangelnde Transparenz bei der Datenerfassung, -speicherung und -weitergabe ist ein Hauptkritikpunkt der Internet-Nutzer. Den meisten Befragten ist nicht klar, was mit ihren digitalen Daten passiert:

  • 91 Prozent wollen wissen, welche persönlichen Daten über sie im Internet verfügbar sind.
  • 88 Prozent wünschen sich eine persönliche Einflussnahme auf die Weiterverwendung ihrer Daten im Netz.

Vor allem die Informationspolitik der Unternehmen, die ihre Datenschutz-Bestimmungen häufig in langen, schwer lesbaren Dokumenten verbergen, wird bemängelt. Auch sieht nur eine Minderheit überhaupt die Chance, herauszufinden, wie man persönliche Informationen schützen kann und was mit ihnen passiert:

  • 84 Prozent sind der Meinung, dass es umständlich sei, sich über gespeicherte Daten zu informieren.
  • 85 Prozent der Nutzer glauben, dass man nicht herausfinden kann, welche Unternehmen oder staatlichen Stellen Daten ihrer Kunden speichern.
  • Nur 47 Prozent finden es leicht, Informationen darüber zu finden, wie man seine persönlichen Daten im Internet schützen kann.

Politik soll Bürger schützen

Aber nicht nur Eigeninitiative ist in Sachen Datensparsamkeit gefragt: So sehen es 76 Prozent der Internet-Nutzer als Aufgabe der Politik an, Bürger vor den Gefahren und Risiken im Internet zu schützen.

fgo

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