20. April 2015 - Datensicherheit in Unternehmen

Digitale Angriffe verursachen Milliardenschäden pro Jahr

Rund die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland erlebte in den vergangenen zwei Jahren Vorfälle von Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage. Die hochgerechnete Schadenssumme hierfür lag bei mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Die meinsten Anfriffe erfolgen durch Innentäter Angriffe auf IT-Systeme verursachen bei Unternehmen in Deutschland Schäden in Milliardenhöhe (Bild: Hlib Shabashnyi / iStock / Thinkstock)

Laut der Untersuchung „Digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage und Datendiebstahl“ des Branchenverbands Bitkom, die auf den Auskünften von Geschäftsführern und Sicherheitsverantwortlichen aus 1.074 Unternehmen beruht, sind 51 Prozent aller Unternehmen in Deutschland innerhalb der letzten zwei Jahre Opfer digitaler Angriffe geworden. Der Bitkom beziffert den dadurch entstandenen wirtschaftlichen Schaden auf 51 Milliarden Euro jährlich.

Der am stärksten gefährdete Wirtschaftszweig ist laut dieser Studie die Automobilindustrie mit 68 Prozent an betroffenen Unternehmen. Es folgen die Chemie- und Pharma-Branche mit 66 Prozent sowie Banken und Versicherungen mit 60 Prozent.

Vor allem Innentäter

Diese Befragung räumt mit dem landläufigen Vorurteil auf, dass Firmen vor allem durch privat motivierte Hacker von außen bedroht seien. Denn nach den Ergebnissen der Umfrage treten in erster Linie aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter als Täter in Erscheinung. Gut die Hälfte (52 Prozent) der betroffenen Unternehmen gibt diesen Personenkreis an.

Die zweite große Tätergruppe mit 39 Prozent umfasst das unternehmerische Umfeld, bestehend aus Wettbewerbern, Lieferanten, Dienstleistern und Kunden. Lediglich 17 Prozent nennen Hobby-Hacker als Täter. 11 Prozent sind nach eigenen Angaben Opfer organisierter Bandenkriminalität geworden, und 3 Prozent standen im Visier ausländischer Geheimdienste. In 18 Prozent der Sicherheitsvorfälle konnten die Betroffenen keinen Täterkreis definieren.

Häufigstes Angriffsziel: Administrative IT-Systeme und Kommunikationsinfrastruktur

Als häufigstes Angriffsziel (34 Prozent) wurden die administrativen IT-Systeme und die Kommunikationsinfrastruktur genannt.

Bei 20 Prozent der betroffenen Unternehmen hatten es die Angreifer auf die Bereiche Lager und Logistik abgesehen.

Es folgen der Einkauf (18 Prozent), die Produktion (15 Prozent) sowie die Geschäftsleitung (14 Prozent). In 9 Prozent der Unternehmen sind die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen gehackt oder ausspioniert worden, wobei dieser Anteil bei größeren Unternehmen stark zunimmt: Bei Firmen mit 500 Mitarbeitern und mehr war der F&E-Bereich mit 30 Prozent bei fast jedem dritten Unternehmen betroffen.

fgo

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