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17. September 2019 - Studie

Deutsche achten auf die Sicherheit ihrer Daten

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Im Rahmen ihrer Digitalstudie 2019 hat die Postbank untersucht, welchen Einfluss aktuelle Entwicklungen der Digitalisierung auf die Lebensbereiche der Deutschen haben. Dabei spielte auch der Datenschutz eine Rolle.

Deutsche achten auf die Sicherheit Ihrer Daten Die Bundesbürger zeigen sich beim Thema Datenschutz sensibilisiert und informiert (Bild: Chainarong-Prasertthai / iStock / Getty Images Plus)

Datenschutzerklärungen werden gelesen

Wie die Studie erbracht hat, liest die große Mehrheit der Befragten die ihnen vorgelegten Datenschutzbestimmungen zumindest grob, bevor die Zustimmung erfolgt. 36 Prozent der Befragten liest sie zumindest flüchtig. 27 Prozent suchen darin nach Gesichtspunkten, die ihnen wichtig erscheinen.

Allerdings liest nur einer von fünf Bundesbürgern (21 Prozent) die Bestimmungen genau durch. Lediglich 16 Prozent zeigen gar kein Interesse daran und stimmen sofort zu.

In dieser Hinsicht gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den Generationen. Bei den „Digital Natives“ unter 40 Jahren gaben 23 Prozent an, sich Datenschutzbestimmungen gar nicht durchzulesen. Bei den Älteren sind dies nur 12 Prozent.

Auskunftsrecht wird wahrgenommen

Gemäß den Zahlen aus der Studie hat jeder vierte Bundesbürger (26 Prozent) seit Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sein Auskunftsrecht wahrgenommen, um sich von einem Anbieter dokumentieren zu lassen, welche Daten zu welchem Zweck verwendet werden. 15 Prozent davon nutzen ihr Auskunftsrecht bei mehreren Anbietern, vier Prozent bei allen.

Bei Datenfreigaben schwindet der Überblick

Auch bei der Freigabe von Daten für Online-Dienste und Apps zeigen sich die Deutschen vorsichtig. 80 Prozent der Bundesbürger geben nur solche Daten frei, die für die Nutzung zwingend erforderlich sind. Weitere 11 Prozent der Befragten nehmen Abstand von der Nutzung, wenn eine Freigabe von persönlichen Daten erforderlich ist.

Auch dort zeigen sich deutliche Generationsunterschiede. Jeder Fünfte der unter 40-Jährigen gibt alle Daten frei, die angefragt werden. Bei den Älteren über 40 Jahre macht dies hingegen nur jeder Zwanzigste.

In der Praxis verlieren die Nutzer dann aber auch die Übersicht. So weiß ein Drittel der Nutzer von Online-Anwendungen nicht mehr, bei welchem Anbieter er Daten preisgegeben hat. Bei den jüngeren Deutschen hat knapp jeder Zweite keine Übersicht mehr, bei den über 40-Jährigen knapp jeder Dritte.

Ärzte genießen besonderes Vertrauen

Geht es um den Schutz persönlicher Daten, haben die Deutschen das größte Vertrauen in Ärzte und Kliniken: Acht von zehn Bundesbürger verlassen sich darauf, dass diese dort sicher sind (83 Prozent). Der eigenen Krankenkasse vertrauen 80 Prozent und der Bank 78 Prozent. Am Ende der Rangliste tauchen unabhängige Finanzberater, Suchmaschinen und soziale Netzwerke auf.

Für die Postbank Digitalstudie 2019 wurden 3.126 Deutsche befragt.

Stephan Lamprecht