16. Dezember 2013 - Kontrolle von Internet-Inhalten

Der Staat ist gefordert

Laut einer aktuellen Studie erwartet die Mehrheit der Bevölkerung von offizieller Seite klare Regeln für Anbieter von Webseiten.

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Viele Bürger wünschen länderübergreifende Gesetze zur Internet-Kontrolle (Bildquelle: Thorben Wengert/pixelio.de).

Viele Online-Nutzer befürchten, dass  Unternehmen das Internet missbrauchen könnten. Auch Bedenken, die Freiheit im Netz könnte durch den Staat bedroht sein, sind weit verbreitet. Dennoch wird mehr Kontrolle von staatlicher Seite her gewünscht. Das geht aus der Studie „Freiheit versus Regulierung im Internet“ hervor, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet durchgeführt hat. Befragt wurden 1.487 Personen ab 16 Jahren.

Insgesamt wird des Internet als nützlich eingestuft. So betonten mehr als drei Viertel der Befragten den bequemen, zeitunabhängigen Zugang zu kostenlos bereitgestellten Informationen. Gut jeder Zweite (55 Prozent) schätzt besonders, über das Internet Kontakte knüpfen und pflegen zu können.

Sorge vor Angriffen

Die Begeisterung für das weltweite Netz ist aber nicht ungetrübt. So befürchten 72 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass der eigene Rechner beim Surfen im Netz mit Viren infiziert werden könnte. 57 Prozent sind davon überzeugt, dass ihre Aktivitäten relativ leicht überwacht werden können. Und auch die Angst vor Betrügern ist verbreitet – 55 Prozent haben Sorge, dass sich andere Personen unerlaubt Zugang zu ihrem Computer verschaffen könnten und  jeder Zweite fürchtet, Betrüger könnten mithilfe gefälschter E-Mails oder Web-Seiten versuchen, an persönliche Informationen zu kommen und sie für eigene Zwecke missbrauchen.

Skepsis begleitet den Wunsch nach mehr Kontrolle

Um dem Missbrauch des Internets vorzubeugen, fordern 61 Prozent der Befragten staatliche Regeln einschließlich der Kontrolle ihrer Einhaltung für die Anbieter von Internet-Seiten. Lediglich 19 Prozent halten dies nicht für die Aufgabe des Staates.

Skeptisch sind viele Internet-Nutzer allerdings, ob und wie weit eine Kontrolle und Überwachung des Netzes überhaupt realisierbar ist. 49 Prozent äußern ausdrückliche Zweifel, 37 Prozent halten das für möglich. Weitgehende Einigkeit besteht über die Notwendigkeit länderübergreifender Regelungen – rund drei Viertel der Netznutzer wünschen sich keine Alleingänge einzelner Länder.

Neben dem Wunsch nach stärkeren Kontrollen besteht zugleich die Sorge, dass die Freiheit im Netz gefährdet sein könnte. Als Gefahrenquelle werden hier vor allem Unternehmen genannt, weil etwa Anbieter von Suchmaschinen oder Online-Shops nicht mehr alle, sondern überwiegend auf das jeweilige Nutzerprofil zugeschnittene Inhalte anzeigen. Zwei Drittel der Onliner sehen hier eine massive Bedrohung. Rund 50 Prozent der Nutzer glauben, die Freiheit im Netz könnte durch den Staat bedroht sein – beispielsweise durch die Überwachung des Verhaltens der Bürger im Internet.

(16.12.2013/fgo)

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