30. April 2015 - Gesundheitsdaten

Datentransfers stoßen auf Ablehnung

Zwei von drei Krankenversicherten lehnen es ab, Informationen zu Fitness, Ernährung oder Lebensstil zu erfassen, um sie an ihre Krankenkasse weiterzuleiten. Vor allem Jüngere sehen diesem Datentransfer kritisch gegenüber.

Weiterleitung persönlicher Daten an Dritte stößt auf Ablehnung Viele Krankenkassen haben Interesse an Gesundheitsdaten ihrer Versicherten (Bild: RomoloTavani / iStock / Thinkstock)

Laut einer Umfrage der Aris Umfrageforschung im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom lehnen unter 1279 befragten Personen ab 14 Jahren die Mehrzahl der Versicherten es ab, per App erfasste gesundheitsrelevante Informationen etwa zu sportlichen Aktivitäten oder Ernährungsgewohnheiten an die eigene Krankenkasse zu transferieren. Andere Apps, deren Informationen für die Kassen interessant sind, erlauben Seh- und Hörtests oder erinnern an die Einnahme von Medikamenten.

Die so anfallenden Daten will der Großteil der Menschen nicht an Andere transferieren. Demnach kann sich laut Umfrage nur jeder dritte Smartphone-Nutzer (37 Prozent) vorstellen, diese Daten weiterzuleiten, wobei die Bereitschaft mit dem Alter der Befragten zunimmt: Bei den Nutzern ab 65 Jahren würde fast die Hälfte (47 Prozent) einem Datentransfer zustimmen.

Von den Befürwortern eines Datentransfers scheint die Mehrheit nicht gesundheitliche, sondern materielle Vorteile von einer Informationsübermittlung an die Krankenkasse zu erwarten:

  • Von der Gesamtheit der Befragten äußerten sich 19 Prozent dahin gehend, dass sie sich im Gegenzug zu einer Weiterleitung ihrer Daten Versicherungsrabatte wünschten.
  • 10 Prozent erwarten eine Prämie, zum Beispiel in Form von Geld oder eines Gutscheins.
  • Lediglich 7 Prozent aller befragten Smartphone-Nutzer würden einer Weiterleitung ihrer Daten ganz ohne Gegenleistung zustimmen, wobei dieser Anteil bei den Nutzern ab 65 Jahren auf 33 Prozent ansteigt.

Update: Dass manch Hersteller die Daten auch ohne Zustimmung und Wissen der Nutzer an Dritte übertragen, zeigt eine Datenschutz-Prüfung, die Datenschutzaufsichtsbehörden im November 2016 durchgeführt haben. Ergebnis: immer noch gravierende Datenschutz-Mängel bei Fitness-Armbändern und Smart Watches.

fgo

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