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15. November 2019 - Windows 10

Datenschutzkonferenz beschließt Prüfschema für Windows 10

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Auf der 98. Sitzung am 6. und 7. November hat sich die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) mit zahlreichen Themen befasst. Für die Praxis besondere Bedeutung hat der Beschluss eines Prüfschemas für Windows 10.

Microsoft aktualisiert die Nutzungsbedingungen der hauseigenen Cloud-Dienste. Reagiert das Unternehmen auf die Kritik vieler Datenschützer? (Bild: iStock.com / spooh)

Produktiv und vielfältig verlief die Sitzung der Datenschutzkonferenz (DSK), dem Gremium der unabhängigen deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder, die vor wenigen Tagen stattfand.

Die Konferenz hat dabei etwa „Empfehlungen für eine datenschutzkonforme Gestaltung von KI-Systemen“ sowie „Technische Anforderungen an Messenger-Dienste im Krankenhausbereich“ verabschiedet.

Die größte Bedeutung für die tägliche Praxis in vielen deutschen Unternehmen dürfte das beschlossene Prüfschema für Windows 10 besitzen.

Prüfschema im 1. Teil

Das Prüfschema für Windows 10 ist ein zweigeteiltes Dokument.

Der erste Teil soll Verantwortliche, die Windows 10 bereits einsetzen oder einsetzen wollen, in die Lage versetzen, die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu prüfen und zu dokumentieren.

Das Dokument geht auf die vielschichtige Prüfung des Betriebssystems ein. Denn eine pauschale Beurteilung des Datenschutzes bei der Nutzung von Windows 10 ist nicht möglich.

Dazu gibt es auf der einen Seite zu viele Versionen der Software, auf der anderen Seite zu viele Optionen, um die Übermittlung von personenbezogenen Daten an Microsoft zu unterbinden.

Schließlich müssen Unternehmen auch Vorgaben für den internationalen Datenverkehr berücksichtigen. Denn die Server, die Daten von Microsoft empfangen, stehen in den USA.

Zur besseren Übersicht erklärt der erste Teil des Dokuments nicht nur die rechtlichen Grundlagen, sondern bietet auch ein Ablaufdiagramm, das den gesamten Prozess zusätzlich prägnant zusammenfasst.

Technischen Details einer Windows-Installation im 2. Teil

Um die Lesbarkeit des ersten Teils zu erhöhen, sind die technischen Details einer Windows-Installation in einer eigenen Anlage zusammengefasst.

Hier findet der Leser eine Übersicht der verschiedenen Windows-Versionen und einen Funktionsvergleich. Außerdem beschreibt der 2. Teil die sogenannten Telemetriedaten, die Microsoft in der Software verarbeitet.

Als Ergänzung gibt das Dokument am Ende Verweise auf eine datenarmen Konfiguration von Windows 10.

Der Thüringer Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (TLfDI), Dr. Lutz Hasse, stellt dazu fest: „Mit dem Prüfschema haben die Aufsichtsbehörden den Verantwortlichen zunächst ein Instrument an die Hand gegeben, mit dem sie prüfen können, ob die erforderlichen Voraussetzungen für einen Einsatz dieses Betriebssystems gewährleistet werden können.”

Laden Sie sich kostenlos das Prüfschema herunter. Auch die Anlagen dazu sind online verfügbar.

Stephan Lamprecht