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28. März 2018 - Betriebssystem-Sicherheit

Landes-Datenschutz­beauftragter fordert Nach­besserungen bei Windows 10

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Wie in den meisten Büros in Deutschland nutzen Behörden überwiegend Software von Microsoft. Teilweise verwenden die Ämter das Betriebssystem Windows 10. Dabei bestehen gerade in Hinblick auf den Datenschutz gegenüber dieser Version Vorbehalte. Hierzu meldet sich der Landes-Datenschutzbeauftragte aus Baden-Württemberg zu Wort.

Windows 10 ist aus Datenschutzs-Sicht kritisch zu betrachten Einige Ämter & Behörden verwenden Windows 10, obwohl es Zweifel an seiner Datenschutzkonformität gibt (Bild: iStock.com / spooh)

Kritik an Windows 10 hält an

Microsoft versucht durch manuelle Optionen Transparenz über die genutzten Online-Services zu schaffen. Doch die Kritiker sind mit den Möglichkeiten von Windows 10 nicht zufrieden.

Trotz der vollständigen Deaktivierung von Online-Diensten sendet das System immer noch nicht nachvollziehbar Informationen an Microsoft.

Das hat eine Evaluation durch den IT-Dienstleister Dataport jüngst ergeben

Paradox: Datenschutzbehörde nutzt Windows 10.

Trotz massiver Sicherheits-Bedenken nutzen baden-württembergische Behörden das neue Betriebssystem, so das Branchenportal Heise online. Darunter sind anscheinend auch Systeme der Datenschutzbehörde des Landes.

Damit habe sich die Behörde, wie viele Privatunternehmen, in Abhängigkeit eines Lieferanten begeben, so der Landes-Datenschutzbeauftragte Stefan Brink selbst. Denn viele Prozesse und Anwendungen setzen ein installiertes Microsoft-Umfeld voraus.

Datenschutzbeauftragter mahnt.

Im Zusammenhang mit der Sicherheitsthematik ermahnt Brink Microsoft. Er fordert das Unternehmen auf, seine Systeme schleunigst nachzubessern, um sich spätestens ab Ende Mai an die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu halten.

Bis dahin tragen Administratoren die Verantwortung, durch passende Grundeinstellungen dafür zu sorgen, dass Windows 10 möglichst wenige Daten überträgt.

Gegenüber Heise weist Brink darauf hin, dass er in Zukunft den Einsatz problematischer Produkte beanstanden wolle. So möchte er deren fortgesetzter Nutzung entgegentreten.

Allerdings räumt Brink ein, dass Handlungsspielräume derzeit noch äußerst gering seien, wenn es um eine stabile und sichere Kommunikation innerhalb von Behördennetzen gehe.

Deswegen fordert er, alternative Produkte stärker zu beachten und auch zu fördern.

Stephan Lamprecht