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10. Oktober 2017 - Compliance

Datenschutzbeauftragter: Fast ein Viertel der Unternehmen hat noch keinen

Das Unternehmen Imperva hat im Rahmen einer Fachmesse eine Befragung zum Thema Datenschutz gestartet. Mit interessanten Ergebnissen.

Wie muss eine Benennung des DSB nach Grundverordnung aussehen? Einen Datenschutzbeauftragten erst im nächsten Jahr bestellen? Etwas spät ... (Bild: iStock.com / SvetaZi)

Positiv ausgedrückt, haben inzwischen bereits 65 Prozent der Unternehmen einen internen Datenschutzbeauftragten ernannt oder einen externen Fachmann mit dieser Aufgabe betraut.

Allerdings bedeutet das auch, dass nahezu ein Viertel der Unternehmen immer noch der Ansicht ist, ohne einen solchen Experten die Vorschriften der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen zu können.

Viele Einstellungen erst im kommenden Jahr geplant

Eine weitere Zahl ist nicht weniger alarmierend. Denn von den Firmen, die noch keinen Datenschutzbeauftragten haben, plant mehr als die Hälfte (52 Prozent) erst die Ernennung in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres. Also erst nachdem die DSGVO anzuwenden ist.

Über die Gründe für diese Nachlässigkeit lässt sich nur spekulieren.

Wie könnte die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten nach der DSGVO aussehen? Hier finden Sie eine Muster-Benennung.

Unternehmen setzen bei Datenschutz auf KI

Mit einer übersteigerten Erwartungshaltung gegenüber neuen technischen Entwicklungen kann die Nichternennung von Datenschutzbeauftragten nichts zu tun haben. 18 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass maschinelles Lernen und andere Technologien, die unter der Bezeichnung „Künstliche Intelligenz“ (KI) zusammengefasst werden, keine Erleichterung bei der Einhaltung und Umsetzung von Datensicherheit und Datenschutz bringen werden.

Deutlich mehr als die Hälfte (55 Prozent) geht aber davon aus, dass in den kommenden drei bis fünf Jahren solche Systeme diese Aufgabe erleichtern.

Der Handlungsdruck wächst

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass viele Unternehmen sich jetzt um die Umsetzung der DSGVO kümmern müssten – es aber immer noch nicht getan haben. Gerade die Bestrebungen, einen Datenschutzbeauftragten erst nach Ablauf der Frist zur Umsetzung zu berufen oder einzustellen, sprechen Bände.

Andererseits haben fast Dreiviertel der Unternehmen offensichtlich bereits Vorbereitungen getroffen. Über deren Qualität sagt die Befragung allerdings nichts aus.

Lesen Sie eine Zusammenfassung von Umfragen, die sich mit der Umsetzung des DSGVO befassen, im Beitrag DSGVO / GDPR: Wie steht es bei Ihnen um die Umsetzung?

Interessant für die Praxis ist vor allem, welche Schwachstellen viele Unternehmen nennen. Nehmen Sie genau diese Lücken zum Anlass für eine eigene interne Prüfung.

Stephan Lamprecht

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