14. Dezember 2011 - Berufsverband der Datenschutzbeauftragten (BvD) e.V.

Datenschutzbeauftragte: „Papiertiger“ mit geringem Einfluss

Mitarbeiter schätzen den Datenschutz überwiegend als „wichtig“ oder „eher wichtig“ ein. Gleichzeitig nehmen sie die Datenschutzbeauftragten als „Papiertiger“ wahr, die einen relativ geringen Einfluss haben, zeigt eine Studie des BvD und der Universität Oldenburg.

Datenschutzbeauftrager und Administrator (Bild: vasabii / iStock / Thinkstock)

Das Thema „Datenschutz“ wird von den Mitarbeitern weitaus wichtiger bewertet als die Rolle des Datenschutzbeauftragten in Organisationen. Datenschutzbeauftragte selbst sehen ihre Position dagegen ganz anders.

Der Aussage „Der DSB in meiner Organisation berät und gestaltet.“ stimmten fast 80 Prozent der befragten Datenschutzbeauftragten zu. Nicht-DSBs konnten dem nur zu knapp 30 Prozent zustimmen.

Studie zum Selbst- und Fremdbild der Datenschutzbeauftragten

Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie, die der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg zum Selbst- und Fremdbild der Datenschutzbeauftragten erstellt hat.

Datenschutzbeauftragte werden als „zahnloser Tiger“ wahrgenommen

Die Bewertung der Wichtigkeit von Datenschutzbeauftragten ist nicht abhängig davon, ob in der Einrichtung ein Datenschutzbeauftragter existiert. Die Studie stellt fest, dass das Bild des Datenschutzbeauftragten auf einer wahrgenommenen Einflusslosigkeit beruht.

Die Studie zeigt zudem auf, dass die betrieblichen und behördlichen Datenschutzbeauftragten ihre Kernkompetenzen in der Beratung sehen, während die Nicht-Datenschutzbeauftragten mit der Funktion vor allem Überprüfung und Kontrolle verbinden.

Qualifikation der Datenschutzbeauftragten wird als zu gering eingeschätzt

Die Studie mit über 6.000 befragten Teilnehmern macht somit deutliche Diskrepanzen zwischen der Eigeneinschätzung und der Außenwahrnehmung aus. Sie dokumentiert zudem, dass sowohl über 40 Prozent der Nicht-Datenschutzbeauftragten als auch der überwiegende Teil der Datenschutzbeauftragten die Qualifikation als zu gering einordnet.

Vor allem Berufsfremde erwarten eine vollständige Berufsausbildung oder gar ein Aufbaustudium für Datenschutzbeauftragte.

Qualifikation von Datenschutzbeauftragten ist extrem wichtig

„Die Realität der Ausbildung liegt weit entfernt von den Erwartungen – und den tatsächlichen Anforderungen“, fasst Thomas Spaeing, Vorstandsvorsitzender des BvD, die Ergebnisse der Studie zusammen.

Der Berufsverband sehe sich durch die Oldenburger Studie in seiner Arbeit bestätigt, für erheblich mehr Qualität bei der Qualifikation von Datenschutzbeauftragten zu sorgen.

Die Studie kann man auf der Webseite des BvD herunterladen.

14.12.2011 (BvD/BM)


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