24. Januar 2017 - Datenschutz organisieren

Datenschutz und Infoterminals

Immer häufiger setzen Unternehmen im Eingangsbereich Informations- und Begrüßungsdisplays ein. Sie zeigen unter anderem die Namen von Besuchern an, die einen Termin haben. Das dient sowohl dem Kundenservice als auch der Imagepflege, ist aber durchaus ein Thema für den Datenschutz.

"Wir begrüßen heute ..." - nicht immer datenschutzkonform! "Wir begrüßen heute ...": Auch beim Einsatz von Infodisplays im Empfangsbereich eines Unternehmens ist der Datenschutz zu beachten (Bild: hxdbzxy / iStock / Thinkstock)

Einige Unternehmen geraten mit ihren Begrüßungs- und Informationsterminals in Konflikt mit dem Datenschutzrecht. Darauf weist die Unternehmensberatung UIMC hin, die auf Datenschutz-Themen spezialisiert ist.

Nach § 4 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist die Übermittlung personenbezogener Daten nur zulässig, soweit es das BDSG selbst oder eine andere Rechtsvorschrift erlaubt oder der Betroffene eingewilligt hat.

Überwiegt das berechtigte Interesse des Unternehmens?

Um Begrüßungsterminals zu beurteilen, komme nach Dr. Voßbein, UIMC-Geschäftsführer, § 28 Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 BDSG in Betracht. Demnach ist eine Verwendung personenbezogener Daten zulässig, soweit es zur Wahrung berechtigter Interessen des Unternehmens erforderlich ist und kein Grund zu der Annahme besteht, dass das schutzwürdige Interesse des Betroffenen an dem Ausschluss der Datenverarbeitung überwiegt.

Moderne Begrüßungstafeln bieten den Unternehmen zeitgesteuerte, einfache und flexible Lösungen, um Kunden zu begrüßen, Besucher zu informieren und den Gast gegebenenfalls zum richtigen Ort zu leiten.

Damit könne als berechtigtes Interesse unter anderem das Ziel des Unternehmens angesehen werden, neue Kunden zu gewinnen, das Betriebsklima sowie das Firmenimage zu verbessern.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag Datenschutz am Empfang

Standort wichtig: nicht öffentlich einsehbar

Voßbein sieht das schutzwürdiges Interesse des Betroffenen durch die Veröffentlichung im Normalfall nicht verletzt. Schließlich handele es sich nur um den vollständigen Namen des Betroffenen sowie die Bezeichnung seines Arbeitgebers.

Anders sähe es freilich aus, wenn die Info-Tafel optische oder akustische Mitteilungen in das Umfeld des Unternehmens abgeben würde. Oder die personenbezogenen Daten aus dem öffentlichen Raum (Straße, Bürgersteig) für jedermann einsehbar wären.

„In einem solchen Fall wären die schutzwürdigen Interessen des Betroffenen verletzt“, so Voßbein. Entsprechend sei der Standort eines Infoterminals wichtig.

Kritische Situationen

Zu Irritationen könne es allerdings kommen, wenn sich beispielsweise im Rahmen einer Ausschreibung mehrere Lieferanten vorstellen oder aus anderen Gründen auch Wettbewerber zu Besuch sind. Denn das mache den Kreis der Besucher für alle anderen offensichtlich.

fgo

Anzeige

Zeitschrift Datenschutz Die Fachzeitschrift Datenschutz PRAXIS gibt Monat für Monat Praxistipps für eine wasserdichte Datenschutzorganisation im Unternehmen. Nutzen Sie das kostenlose Probeabo, um Datenschutz PRAXIS zu testen!

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln