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31. Januar 2019 - Datenschutz-Schulung

Datenschutz in Schule und Kindergarten

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Wann ist der beste Zeitpunkt, um sich erstmals mit dem Thema Datenschutz auseinanderzusetzen? Die Pädagogische Hochschule Zürich vertritt die Ansicht, dass man damit nicht früh genug beginnen kann. Sie stellt Lernmaterialien vor, die sich an Kinder im Vor- und Grundschulalter richten.

Datenschutz schon im Kindergarten? Im Idealfall lernen schon kleine Kinder, wie wichtig Datenschutz ist (Bild: iStock.com / svetikd)

Viele Internet-Plattformen locken bereits die jüngsten Nutzer an. Daher sollten auch Kinder so früh wie möglich an das Thema „Datenschutz“ herangeführt werden.

Unterrichtsmaterial für Kinder zwischen 4 und 9 Jahren

Der kantonale Datenschutzbeauftragte und die Pädagogische Hochschule Zürich haben wohl als weltweites Novum Unterrichtsmaterial entwickelt, das Kindern im Alter zwischen 4 und 9 Jahren zeigen soll, wie sie kompetent mit ihren Daten umgehen. Denn der Schutz der Privatsphäre gehört zu den Grundrechten.

Für etwas ältere Kinder gibt es bereits die Initiative „Datenschutz geht zur Schule“ des Berufsverbands der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V.

Sie sensibilisiert Schülerinnen und Schüler deutschlandweit von den 4. Klassen bis zur Berufsschule für den sicheren und bewussten Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien.

Anlässlich des Safer Internet Day (SID) am 5. Februar kooperieren sogar einige deutsche Datenschutz-Aufsichtsbehörden mit der BvD-Initiative. Sie stellen Personal aus ihren Behörden zur Verfügung, das in den Schulen zum Datenschutz unterrichten wird.

Anlässlich des 13. Europäischen Datenschutztags am 28. Januar wurde nun das Material aus der Schweiz vorgestellt.

Da das Konzept „Daten“ und somit auch „Datenschutz“ aus Sicht der Kinder abstrakt ist, geht es in den Unterrichtseinheiten um Geheimnisse:

  • Welches Geheimnis kann ich für mich behalten, und welches sollte ich besser einem Erwachsenen anvertrauen?
  • Was gebe ich mit dem Verraten eines Geheimnisses einem anderen gegenüber von mir selbst preis?

Das sind Grundfragen, die Erwachsenen als Schutz der Privatsphäre und als Datenschutz begegnen.

„Geheimnisse sind erlaubt“ ist der Name des E-Books, das sich in fünf Unterrichtseinheiten gliedert. Kindergartenkinder werden in Form von kurzen Trickfilmen an die Materie herangeführt.

Kindgerecht gibt es viel zu entdecken. Ziel ist es dabei, den Kindern zu vermitteln, dass es besser ist, die meisten Geheimnisse zu bewahren. Es gibt aber auch Geheimnisse, die man Vertrauenspersonen mitteilen darf, weil sie belastend sind.

In weiteren Lektionen geht es dann darum, wann eigene und fremde Informationen (Daten) verwendet werden dürfen. Hier spielt auch die Frage eine Rolle, was damit dann über die Person verraten wird.

Das E-Book mit den Unterrichtsmaterialien wird ab April kostenlos zum Download bereitstehen. Es soll dann in Züricher Schulklassen erprobt und verbessert werden.

Der Datenschutzbeauftragte für den Kanton Bruno Baeriswyl sagte anlässlich der Präsentation:

„Nur wer selbstbestimmt darüber entscheiden kann, was privat und was öffentlich ist, kann sein Leben eigenständig gestalten.“

Seiner Ansicht nach geht es beim Thema Datenschutz erst in zweiter Linie um Daten. An erster Stelle stehen der Respekt und der Schutz der Privatsphäre anderer Menschen. Und dies werde in dem Unterrichtsmaterial vermittelt.

Stephan Lamprecht