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28. November 2017 - Studie

Datenschutz-Grundverordnung: Marketing unvorbereitet

Die Datenschutzbeauftragten sind mit ihren Bemühungen, die verantwortliche Stelle für die DSGVO zu sensibilisieren, in vielen Unternehmen anscheinend noch wenig durchgedrungen. Das Ergebnis einer aktuellen Umfrage lässt sich kaum anders interpretieren.

Auch das Marketing muss sich auf die DSGVO vorbereiten In vielen Unternehmen besteht noch erheblicher Nachholbedarf (Bild: tumsasedgars / iStock / Thinkstock)

Das auf Online-Marketing spezialisierte Unternehmen Hubspot hat in einer groß angelegten Umfrage sowohl Internet-Nutzer als auch Entscheider in Marketing-Abteilungen zu ihrer Einschätzung der DSGVO befragt.

Über 3.000 Verbraucher wurden in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in Großbritannien zu ihrer generellen Meinung in Hinblick auf die Nutzung von personenbezogenen Daten sowie die neuen Bestimmungen der DSGVO befragt.

Das zweite Teilnehmerfeld bestand aus 363 Führungskräften im Marketing aus den genannten Ländern.

Verbraucher wollen ihre Rechte nutzen

75 Prozent der befragten Verbraucher glauben, dass Unternehmen personenbezogene Daten nicht sicher handhaben. Deshalb bewerten 90 Prozent die im Mai 2018 in Kraft tretende DSGVO als vorteilhaft für Verbraucher.

Unternehmen sollten sich bereits jetzt mit dem Gedanken vertraut machen, dass die Konsumenten verstärkt ihre Rechte nutzen werden:

  • Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten möchte prüfen, welche Daten Unternehmen von ihnen gespeichert haben (das dürfen Betroffene allerdings auch jetzt schon).
  • Und sogar 59 Prozent würden das Recht auf die komplette Löschung ihrer Daten nutzen.
  • Dass der Datenschutz inzwischen im Bewusstsein der Betroffenen eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich daran, dass 91 Prozent absolute Offenheit darüber wünschen, was Unternehmen mit personenbezogenen Daten anfangen.

Fachabteilungen zeigen sich ahnungslos

Während die Änderungen durch die Datenschutz-Grundverordnung auf der Seite der Betroffenen offensichtlich gut ankommen, zeigen sich insbesondere die Marketing-Abteilungen in den Unternehmen noch uninformiert.

Besonders bemerkenswert:

  • 12 Prozent der befragten Entscheider gaben an, erst durch die Umfrage von der DSGVO erfahren zu haben.
  • Fast ein Viertel (23 Prozent) der Verantwortlichen in der Fachabteilung war sich unsicher, ob das Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen hat.

„Mehr oder weniger vorbereitet“

Doch selbst Firmen, die sich nach eigener Einschätzung auf die neue Verordnung vorbereiten, tun das offenbar nicht in der notwendigen Konsequenz. 42 Prozent der Befragten gaben an, sich lediglich „mehr oder weniger vorbereitet“ zu haben.

Zu den Maßnahmen, die am häufigsten genannt wurden, gehören

Aus der Sicht der Datenschutzbeauftragten bleibt somit noch reichlich Arbeit.

Zumindest in den Unternehmen der Befragten wurden die gesetzlichen Änderungen nicht ernst genug genommen, zu wenig kommuniziert oder aber die bereits geleisteten Projekte zur Anpassung zu wenig transparent gemacht.

Stephan Lamprecht

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