15. Dezember 2015 - Prüfung der Aufsichtsbehörden

Datenschutz bei Dating-Portalen

Die Datenschutzaufsichtsbehörden von vier Bundesländern haben gemeinsam insgesamt 21 Partnerbörsen einer datenschutzrechtlichen Prüfung unterzogen. Massive Datenschutzverletzungen kamen dabei nicht ans Licht. Nachbesserungsbedarf gibt es in etlichen Bereichen der Dating-Portale aber sehr wohl.

Dating-Portale achten durchaus auf Datenschutz Datenschutz ist für Dating-Portale ein wichtiges Thema, das die Betreiber allerdings nicht in allen Bereichen mit der notwendigen Sorgfalt behandeln (Bild: ArtemSam / iStock / Thinkstock)

An der Prüfaktion waren die Datenschutzaufsichtsbehörden von Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg beteiligt. Bundesweit wurden insgesamt 21 Dating-Portale ausgewählt, die von den Datenschützern einen Fragebogen erhielten.

Gravierende Mängel, so das allgemeine Fazit der überprüfenden Behörden, seien nicht festgestellt worden. Allerdings gebe es mehrere Bereiche, in denen die Partner-Plattformen Nachholbedarf in Sachen Datenschutz aufweisen.

Nutzer geben im Internet sehr sensible Daten preis

Bei all diesen Portalen sei festzustellen, dass Nutzer animiert werden, auch höchst sensible und intime Informationen preiszugeben, die sie im analogen Leben wahrscheinlich nie oder erst im Rahmen einer vertrauensvollen Partnerschaft preisgeben würden. Teilweise werden Nutzer sogar aufgefordert, bis zu 70 Angaben zur eigenen Person und zur Partnervorstellung zu machen.

Dennoch stellte das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA), das für insgesamt zehn der 21 Prüfverfahren zuständig war, positiv fest, „… dass die angeschriebenen Portal-Betreiber sehr bemüht waren, ihrer Auskunftsverpflichtung … vollständig nachzukommen“. Zudem sei anzumerken, dass sich die Portal-Betreiber intensiv mit dem Thema Datenschutz beschäftigten.

Ähnliches ließ der Landesbeauftragte für den Datenschutz Baden-Württemberg verlauten. Man habe in keinem Fall Mängel gefunden, die es nahegelegt hätten, den Betrieb des Portals zu untersagen. Soweit Mängel festgestellt worden seien, werde man die betreffenden Portalanbieter darüber informieren und zur Behebung auffordern.

Wo gibt es Nachbesserungsbedarf?

Nachholbedarf besteht aus Sicht der Datenschutzbehörden insbesondere in folgenden Bereichen der Dating-Portale:

  • Technischer Datenschutz (Fragen der Datensicherheit) – Es sei „extrem negativ aufgefallen“, dass sämtliche überprüften Dating-Portale ein unzureichendes Anmeldeverfahren einsetzen würden, da neben der Angabe der E-Mail-Adresse oder eines Pseudonyms meist nur ein unsicheres Passwort gefordert werde.
  • Umgang mit Auskunftsersuchen – Zwar sei bei Tests dem gesetzlich verankerten Anspruch auf Erteilung einer Auskunft über die gespeicherten Daten in der Regel „schnell und zuverlässig“ entsprochen worden. Allerdings seien die Anforderungen an den Nachweis der Berechtigung des Auskunftsbegehrens oftmals zu gering, sodass sich der Schutz der Nutzerdaten im Portal leicht aushebeln lasse
  • Datenschutzbestimmungen – In etlichen Fällen seien die Datenschutzbestimmungen intransparent und würden nicht klar darstellen, welche personenbezogenen Daten die Anbieter konkret erheben und wie sie mit ihnen umgehen.
  • Identifizierung und Altersverifikation – Einige der Portal-Betreiber würden zur Identifizierung und Altersverifikation Kopien des Personalausweises des Nutzers anfordern. Dieses Verfahren sei in der Praxis allerdings häufig unzulässig.
  • Zugriff auf Kommunikationsinhalte – Die Datenschützer stellten fest, dass nahezu alle Portalanbieter etwa bei Nutzer-Chats oder beim Nachrichtenaustausch zwischen Portal-Kunden Einblick in die Kommunikationsinhalte der Nutzer nehmen. Dies sei den Nutzern auf Partnersuche häufig nicht bewusst. Ein solches Vorgehen sei jedoch nur auf Grundlage einer ausdrücklichen Einwilligung der Nutzer des Portals zulässig.

fgo

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