4. Juni 2012 - Wettbewerbsnachteile durch Datenschutz

Datenschutz bei Apps: Uneinheitlichkeit ist Trumpf

Das Einhalten strenger Datenschutzrichtlinien schützt zwar die Anwender, bringt aber für App-Anbieter Wettbewerbsnachteile mit sich. Denn wer sich an die gesetzlichen Vorgaben hält, reduziert die Vermarktungschancen.

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Datenschutzrechte bei Apps im Zwielicht (Quelle: Gerd Altmann/pixelio.de)

Die strengen Vorschriften zum Datenschutz in der Europäischen Union nehmen auch die Anbieter von Apps für Smartphones in die Pflicht.

Grauzone ist lukrativer als Gesetzestreue

Halten die App-Anbieter diese Datenschutz-Regularien akribisch ein, entstehen für sie allerdings Nachteile, so das IT-Magazin iX  in seiner aktuellen Ausgabe. Dies führe dazu, dass viele App-Hersteller das Risiko nicht scheuen, sich rechtlich in eine Grauzone zu begeben.

Insbesondere die Erhebung personenbezogener Daten über Cookies, die zum Beispiel

  • das Surfverhalten eines Anwenders nachvollziehen,
  • Verweildauern und Abrufpfade dokumentieren
  • oder auch den Aufenthaltsort feststellen, um lokale Services zu bewerben,

sind für App-Anbieter kapitalisierbare und damit wertige Informationen.

Hersteller aus Ländern außerhalb der EU profitieren hier oftmals von lockereren Datenschutzbestimmungen und ignorieren dabei, dass auch für sie die regionale Gesetzgebung im Käuferland gilt. Und um keine Nachteile in Kauf nehmen zu müssen, tun es ihnen die hiesigen App-Anbieter einfach nach.

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Apple musste nachbessern

Zu Beschwerden, so die iX, führe beispielsweise die Übermittlung von Adressdaten der Smartphones durch Apps und die anschließende Übermittlung dieser Daten an Server des App-Anbieters. So habe Apple beispielsweise im Nachhinein über eine Modifikation der Apps sicherstellen müssen, dass für den Zugriff auf Kontaktdaten zunächst die Einwilligung des Anwenders in die App eingeholt wird.

App-Store-Betreiber wollen für mehr Datenschutz sorgen

Dieser Problematik tragen inzwischen auch sechs der größten App-Store-Betreiber Rechnung, die sich auf Betreiben der kalifornischen Generalstaatsanwältin Kamala Harris bereiterklärt haben, die Privatsphäre von Nutzern besser zu schützen.

Demnach müssen sich Entwickler von Apps verpflichten, dem Anwender ihre Datenschutzbestimmungen vor der Installation zur Kenntnis zu bringen. Ein Verstoß dagegen soll nach US-amerikanischen Wettbewerbsgesetzen oder wegen irreführender Werbung ein juristisches Nachspiel zur Folge haben.

(03.06.2012/fgo)

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