Gratis
25. Juni 2019 - Facebook

Datenschützer wollen Kryptogeld von Facebook prüfen

Drucken

Für viel Aufsehen sorgte der Vorstoß von Facebook, eine eigene Kryptowährung herausgeben zu wollen. Der EU-Datenschutzbeauftragte kündigte an, sich das neue Bezahlverfahren genau ansehen zu wollen. Wenig überraschend, sorgt das US-Unternehmen doch regelmäßig für Schlagzeilen wegen des Umgangs mit den Daten seiner Nutzer.

Libra, die neue Kryptowährung von Facebook, soll im Facebook Ökosystem und auf anderen Plattformen nutzbar sein. Diskussion rund um die geplante Kryptowährung von Facebook. Der EU-Datenschutzbeauftragte wird sich das neue Bezahlverfahren genau ansehen. (Bild: marchmeena29 / iStock / Getty Images Plus)

Prominente Unternehmen beteiligt

Bisher existiert die eigene Währung von Facebook nur als Konzept und Absichtserklärung.

Aber das US-Unternehmen hat bereits prominente Unterstützer im Gründungskonsortium für Libra, so der Name des neuen elektronischen Geldes, versammeln können.

Unter den Förderern sind prominente Namen, wie:

  • Visa
  • Mastercard
  • Paypal
  • Stripe
  • Vodafone
  • Ebay

Eine ambitionierte Vision

Libra basiert auf dem technologischen Konzept der Blockchain und soll eine globale elektronische Währung werden.

Der Unterschied: Es soll keine Kursschwankungen geben, wie sie beispielsweise das Kryptogeld Bitcoin aktuell verzeichnet.

Bezahlen innerhalb und außerhalb von Facebook

Mit Libra sollen die Nutzer innerhalb der Facebook-Plattform und ihren Diensten bezahlen können. Also auch auf Instagram und in den Messengern des Unternehmens. Das allein sorgt für Aufsehen, denn hier besitzt Facebook 2,7 Mrd. potentielle Nutzer.

Doch auch auf anderen Plattform und in Online-Shops soll sich Libra als Alternative zu anderen Verfahren durchsetzen

Facebook beteuert Datensicherheit

In der Ankündigung erklärt Facebook, dass die Nutzer verschiedene Zugänge zum elektronischen Zahlungsmittel erhalten werden.

Außerdem will Libra den Nutzern auch Pseudonyme ermöglichen. Dabei betont Facebook keinen Zugriff auf die eigentlichen Transaktionsdaten zu haben.

EU-Datenschützer Buttarelli äußert sich

In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Business Insider hat sich der EU-Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli nun zu diesen Plänen geäußert.

Demnach erkenne seine Behörde das Potenzial solcher neuen Technologien durchaus an. Das gelte auch für Dienstleistungen und Angebote aus der Finanzwelt.

Er weist aber darauf hin, dass die Zusammenführung von personenbezogenen Daten Risiken für die Privatsphäre und den Datenschutz in sich bergen. Das gelte auch in diesem Fall.

Buttarelli kündigt Prüfung durch Datenschutzbehörde an

Der Datenschützer hält er es für bedenklich, wenn eine Plattform, die Zugang zu einer riesigen Menge an personenbezogenen Daten habe, diese mit dem Wissen um Einkäufe und finanzielle Transaktionen kombinieren könne.

Die Ankündigung von Facebook erfordere deshalb eine sorgfältige Überprüfung durch eine Reihe von Behörden, darunter auch der Datenschutzbehörden.

Datenschutz wegen Monopolstellung schwierig

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass nur bei einem echten Wettbewerb Unternehmen um die Einhaltung von Datenschutzstandards konkurrieren würde, so Buttarelli. Und mit Libra stünde Facebook zunächst allein.

Stephan Lamprecht