29. Mai 2015 - IT-Sicherheit

Datenpannen kommen teuer zu stehen

Für Unternehmen ist der Verlust wichtiger Daten eine kostspielige Angelegenheit, bei der Schäden in Millionenhöhe entstehen können.

Datenpannen verursachen hohe Kosten Für Unternehmen bedeutet der Verlust kritischer Daten nicht nur Imageschäden, sondern auch zusätzliche finanzielle Belastungen (Bild: arcoss / iStock / Thinkstock)

Laut 2015 Cost of Data Breach Study entstehen für Unternehmen durch den Verlust oder den Diebstahl von kritischen Daten im Schnitt Kosten in Höhe von rund 3,8 Millionen US-Dollar. Das entspricht gegenüber 2013 einer Steigerung der Schadenshöhe um 23 Prozent. Die Studie des Ponemon-Instituts wurde mit Unterstützung von IBM durchgeführt. Für sie wurden 350 Unternehmen aus elf Ländern befragt.

Durchschnittlich 154 Dollar pro Datensatz

Die Kosten pro betroffenem Datensatz lagen laut der Untersuchung bei durchschnittlich 154 US-Dollar. Am teuersten sind Datenpannen in den USA und Deutschland. In den Vereinigten Staaten kosten sie bis zu 217 US-Dollar pro Datensatz, in Deutschland 211 US-Dollar. Am günstigsten kommen Indien und Brasilien weg, wo die Kosten pro Datensatz 56 und 78 US-Dollar betragen.

  • Besonders kostspielig sind Datenverluste im Gesundheitssektor. Hier wurden die Kosten pro verlorenem oder gestohlenem Datensatz auf durchschnittlich 363 US-Dollar beziffert.
  • Es folgt der Bildungssektor mit 300 US-Dollar.
  • Im Einzelhandel sind die Kosten zwar deutlich geringer, aber seit 2014 sprunghaft angestiegen: von 105 auf 165 US-Dollar.
  • Am geringsten treffen Datenpannen Transport und Logistik mit 121 US-Dollar sowie den öffentlichen Sektor mit 68 Dollar pro Datensatz im Schnitt.

Hackerangriffe verursachen die höchsten Kosten

Mit 174 US-Dollar pro Datensatz kommen Hackerangriffe, die in 45 Prozent der untersuchten Fälle Ursache für den Datenverlust waren, die betroffenen Unternehmen am teuersten zu stehen. Datenverlust aufgrund von Systemausfällen schlägt durchschnittlich mit 142 US-Dollar pro Datensatz zu Buche und Anwenderfehler mit 134 US-Dollar.

Die hohen Kosten bei externen Angriffen resultieren vor allem aus der langen Zeitspanne, die zwischen Angriff und Entdeckung des Angriffs liegt: Im Schnitt benötigten die Unternehmen 256 Tage, um Hackerangriffen auf die Schliche zu kommen. Dagegen wird Datenverlust durch Anwenderfehler bereits nach rund fünf Monaten entdeckt (158 Tage).

Die Studie wagt auch Aussagen über die Wahrscheinlichkeit von künftigen Datenpannen innerhalb der nächsten zwei Jahre:

  • Demnach sind Unternehmen in Deutschland und Kanada nach Meinung von Ponemon derzeit am besten gegen Datenpannen gewappnet,
  • Unternehmen in Brasilien und Frankreich dagegen am stärksten gefährdet.

Diese Berechnung basiert auf den Erfahrungen, die Teilnehmer der Untersuchung gemacht haben, und berücksichtigt dabei die Anzahl bereits verlorener oder gestohlener Daten sowie die jeweilige Branche.

fgo

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