22. August 2012 - Versicherungen

Datenleck bei der Allianz

Tauchen Zweifel über die Berechtigung von Ansprüchen der Versicherten auf oder wird sogar ein Betrugsversuch angenommen, schalten Versicherungsunternehmen häufig Detektive ein, um den wahren Sachverhalt festzustellen. Bei der Allianz kam es dabei zu einer Datenpanne.

Datenschutzbeauftrager und Administrator (Bild: vasabii / iStock / Thinkstock)

Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, liegen der Zeitung zahlreiche sensible Dokumente aus Versicherungsfällen vor, die Klarnamen von Betroffenen und Unbeteiligten enthalten. Hierzu zählen unter anderem Ermittlungsakten und Bankunterlagen, die aus den Unterlagen zu einem Brandschaden stammen, bei dem ein Betrugsverdacht vorlag.

Laut Allianz seien diese Unterlagen im Zuge einer Ermittlung in digitaler Form an einen mittlerweile nicht mehr beauftragten Privatdetektiv übergeben worden, der Fakten zur Klärung der Rechtmäßigkeit der Forderungen des Versicherten feststellen sollte. Ermittelt wurde letztlich nicht, doch die digitalen Akten wurden wohl nicht wie vereinbart gelöscht, verblieben so auf dem Rechner des Detektivs und fanden nun ihren Weg zur Zeitung.

Strengere Kontrolle geplant

Als Konsequenz will die Allianz nun die internen Kontrollmechanismen für die Zusammenarbeit mit externen Ermittlern verbessern. „Wir werden strukturierte Qualitätsaudits einführen und die Zahl der Ermittler, mit denen wir zusammenarbeiten, weiter reduzieren“, sagte ein Sprecher des Unternehmens der FTD.

Diese Weitergabe von sensiblen Daten an Dritte ist bei Versicherungen ein durchaus üblicher Vorgang. So geht der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) davon aus, dass etwa sieben Prozent aller Beauftragungen durch Versicherungen erfolgen. Allein die Allianz reicht jährlich etwa 1.000 Fälle aus dem Bereich Sachversicherungen an Privatermittler weiter.

(22.08.2012/fgo)

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