30. Januar 2017 - Datenschutz

Daten gegen Vorteile? Nur 40 Prozent sagen nein

Nur eine Minderheit der Deutschen ist laut einer Befragung nicht bereit, ihre Daten im Austausch gegen Vorteile wie niedrigere Kosten oder personalisierte Services offenzulegen. Dabei gilt: Je älter die Nutzer, desto wichtiger ist der Schutz der Privatsphäre.

GfK: Datenschutz steht oft hinten an Auch wenn Vorteile winken: 40 Prozent der Deutschen behalten persönliche Daten lieber für sich (Grafik: GfK)

Die Marktforscher der GfK hatten Internet-Nutzer in Deutschland und 16 anderen Ländern gefragt, ob sie bereit seien, persönliche Daten (Gesundheits-, Finanzdaten, Fahrtenschreiber, Stromverbrauch usw.) weiterzugeben, wenn sie dafür Kostenvorteile oder personalisierte Leistungen erhalten. In Deutschland lehnten dies insgesamt 40 Prozent der Befragten ab.

Je älter, desto skeptischer

  • Vor allem ältere Befragte in Deutschland teilen nur ungern ihre persönlichen Daten. Rund 44 Prozent der Altersgruppe 50 bis 59 und mehr als die Hälfte der Befragten ab 60 Jahren gaben an, diese persönlichen Informationen nicht offenlegen zu wollen.
  • Anders sieht es bei den jüngeren Online-Nutzern aus. Hier sinkt der Anteil auf 28 Prozent (15 bis 19 Jahre) beziehungsweise 32 Prozent (20 bis 29 Jahre).

Ist schon in Deutschland die Mehrheit bereit, persönliche Daten gegen Vorteile einzutauschen, ist in anderen Ländern diese Bereitschaft noch ausgeprägter:

  • Am wenigsten auskunftsfreudig zeigten sich noch Internet-Nutzer in Frankreich (37 Prozent wollen keine Daten herausgeben), Brasilien (34 Prozent), Kanada (31 Prozent) und den Niederlanden (30 Prozent).
  • Befragte in China hingegen sind am ehesten bereit, Informationen wie Gesundheits- oder Finanzdaten von sich preiszugeben, wenn dafür im Gegenzug Vorteile oder Prämien winken – nur acht Prozent sind dazu nicht bereit.

Zur GfK-Studie

Bei der GfK-Umfrage wurden mehr als 22.000 Verbraucher ab 15 Jahren online befragt, davon 1.500 in Deutschland. Die weiteren Teilnehmer der Studie stammten aus Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Italien, Japan, Mexiko, Niederlande, Russland, Südkorea, Spanien, Großbritannien und den USA.

Die Umfrageergebnisse fasst ein Präsentation zusammen, die online abrufbar ist.

Zu ganz anderen Ergebnissen kam noch 2015 eine Forsa-Studie: Umgang mit personenbezogenen Daten: Die Skepsis überwiegt

fgo

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