8. Dezember 2011 - Online-Dienste

Das lange Leben der Nutzerdaten

Das Internet entwickelt sich zur Datenfalle. Schnell ist ein User-Account angelegt. Soll er aber wieder gelöscht werden, stellen sich viele Anbieter quer oder machen es den Nutzern unnötig schwer. Das ergab eine Studie im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

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Der Ausgang bei Datendiensten ist nicht so leicht zu finden (Foto: Gert Altmann, pixelio)

Ein Facebook-Eintrag, eine Buchempfehlung, ein Forum-Kommentar – nichts gerät in Vergessenheit und ist über persönliche Profile wieder auffindbar. Kompliziert wird es, wenn man sein Profil löschen will.

Anbieter von Online-Diensten machen es ihren Nutzern schwer, ein Nutzerkonto zu kündigen und ihre persönlichen Daten zu löschen.

Internetnutzer finden Löschfunktion nicht

Dass Internetnutzer damit ein Problem haben, zeigen die zunehmenden Beschwerden, die die Verbraucherzentralen täglich erhalten, aber auch die Ergebnisse einer Studie, die das Forschungsinstitut ARIS im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands durchgeführt hat.

Die Hälfte der privaten Internetznutzer hatte danach „große Probleme“, die Löschfunktion zu finden, um ihren Nutzeraccount zu löschen.

Missachtung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung

Zum Löschen müssten oft Formulare ausgefüllt, Mails geschickt und Fragen beantwortet werden, klagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). „Wer keinen leicht zu findenden Ausgang aus Online-Shops, aus Accounts aus Netzwerken anbietet, missachtet nach meiner Auffassung das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Das ist ein Grundrecht, das mir die Möglichkeit gibt, eben selbst zu bestimmen, wo und wie ich Daten zur Verfügung stelle oder eben nicht.“

Voreinstellungen möglichst datensparsam einstellen

Der vzbv kommt zu dem Ergebnis: Das Löschen von Accounts muss einfacher und rechtssicherer werden. Dies müsse im Telemediengesetz geregelt werden.

Doch die Bundesregierung stehe bei der Novellierung seit Monaten auf der Bremse und setze dagegen allein auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie.

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Online-Dienste, so die Forderung der Verbraucherschützer, sollten per Gesetz dazu verpflichtet werden, die Voreinstellungen für ihre Nutzer so einzurichten, dass sie möglichst datensparsam sind.

08.12.2011 (vzbv/BM)

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