20. November 2012 - EU-Recht

Das Internet vergisst nichts

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: das „Recht, vergessen zu werden“, ein wichtiger Bestandteil der Vorschläge für eine Überarbeitung des europäischen Datenschutzrechts. Doch in der Praxis wird es kaum möglich sein, alle Informationen aus dem Internet zu tilgen, die hierfür nötig sind.

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Das "Recht, vergessen zu werden" - technisch kaum umsetzbar (Bildquelle: ENISA).

Nach der zum Jahresanfang unter Federführung der EU-Kommissarin Viviane Reding publizierten neuen Verordnung der EU-Datenschützer soll die Reform des Datenschutzrechts unter anderem Bürgern das Recht einräumen, alle persönlichen Daten im Internet löschen zu lassen, wenn sie dies wünschen. So soll etwa eine Abmeldung bei einem Sozialen Netzwerk dazu führen, dass keinerlei Daten zum bis dahin geführten Account mehr online zu finden sind.

In der Praxis, so ein jetzt veröffentlichter Bericht der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit ENISA zur technischen Umsetzung dieses „Rechts, vergessen zu werden“, dämpft allerdings allzu hohe Erwartungen. So sei eine „rein technische Lösung zur Umsetzung des Rechts im Internet unmöglich“. Daher verlange der Prozess eine interdisziplinäre Herangehensweise.

Als mögliche, pragmatische Lösung schlägt die ENISA vor, beispielsweise Suchmaschinenbetreiber innerhalb der EU zu verpflichten, „vergessene“ Informationen nicht mehr in den Suchergebnissen darzustellen. Damit seien diese zwar online nicht gelöscht, aber zumindest schwerer auffindbar.

(20.11.2012/fgo)

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