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22. Januar 2020 - Internet of Things

Darum investieren Unternehmen nicht in das „Internet of Things“

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Das „Internet der Dinge” (Internet of Things, IoT) eröffnet der Wirtschaft neue Möglichkeiten. Allerdings scheuen viele Unternehmen große Investitionen. Laut einer Studie des TÜV-Süd bremsen vor allem Bedenken in Hinblick auf den Datenschutz und die Datensicherheit den Ausbau.

Das Internet der Dinge (engl. "Internet of Things", IoT) beschreibt die digitale Vernetzung und Kommunikation von diversen Endgeräten miteinander. Der Ausbau des Internet of Things (IoT) erfolgt vergleichsweise langsam. Schuld sind laut einer Studie des TÜV-Süd vor allem Datenschutzbedenken der Unternehmen. (Bild: your_photo / iStock / Getty Images Plus)

Die Bedeutung des IoT für die Wirtschaft wächst. In der Versicherungswirtschaft eröffnen über die Cloud vernetzte Sensoren neue Geschäftsmodelle und Tarife.

So gibt es Anbieter, die Telematik in modernen Kraftfahrzeugen oder Sensoren im „Smart Home” der Versicherten nutzen. Teilweise bilden diese Installationen erst die Grundlage für verbrauchsabhängige Tarife.

Der Handel setzt auf IoT-Komponenten, um Warenbestände zu überwachen oder Transparenz in den Lieferketten zu erzeugen.

Wie der TÜV Süd herausgefunden hat, halten sich Unternehmen allerdings häufig aus überraschenden Gründen zurück, stärker in das Thema IoT zu investieren.

Es mangelt nicht an Budget

So kommt die Studie zu dem Schluss, dass es nicht an knappen Budgets liegt, wenn sich Unternehmen bei IoT-Projekten zurückhalten.

Es wurden 444 Entscheider aus der Region DACH von IDG Research Services befragt. 37 Prozent der befragten Unternehmen nannten Datenschutzbedenken an erster Stelle als Argument gegen einen größeren IoT-Einsatz.

Ein Drittel der Unternehmen sieht Sicherheitsbedenken als größtes Hindernis. Erst danach werden Budgetrestriktionen als Grund aufgeführt.

Angst vor Angriffsszenarien

Die Unternehmen fürchten sich am häufigsten vor

  • Hacker-Angriffen und DDoS-Attacken (37 Prozent),
  • Industriespionage (32 Prozent) oder
  • juristischen Problemen (28 Prozent), etwa im Zusammenhang mit der DSGVO.

Eine Rolle spielt aber auch eine mangelnde Akzeptanz der IoT-Technologie bei Geschäftspartnern und Kunden.

Mangelndes Datenschutz Know-How bei KMU

Für Stefan Vollmer, CTO der TÜV SÜD Sec-IT GmbH, ist das Ergebnis nicht überraschend: „Vor allem kleinere Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern haben Vorbehalte bei IoT-Projekten. Ihnen fehlen oft Ressourcen und Know-how, wenn es um Datenschutz und IT-Sicherheit geht, deshalb wollen sie hier möglichst kein Risiko eingehen.”

Automatisierte Gefahrenabwehr auf dem Vormarsch

Um ihre Systeme besser vor Angriffen zu schützen, z.B. DDoS-Attacken, setzt immerhin bereits ein Viertel der befragten Firmen auf Lösungen zur automatisierten Erkennung von Cybersecurity-Schwachstellen oder Risiken.

Besonders rege sind hier Unternehmen mit einem jährlichen IT-Etat von mehr als zehn Millionen Euro (52 Prozent). Rund die Hälfte der Firmen prüft derzeit den Einsatz von automatisierten Security-Lösungen im Umfeld von IoT-Anwendungen.

Lesen Sie kostenlos die Studie, die online publiziert wurde.

Stephan Lamprecht