18. August 2016 - Datenschutzkonforme Entsorgung

Die Bordkarte muss in den Shredder – nicht in den Müll!

Nach dem Flug landen viele Bordkarten achtlos im Müll oder bleiben sogar im Flugzeug auf den Sitzen liegen. Das ist aber unter Gesichtspunkten des Datenschutzes grob fahrlässig. Denn Boardingpässe enthalten sensible Informationen.

Achtung, Bordkarten enthalten personenbezogene Daten! Bordkarten nicht einfach liegen lassen! (Bild: Creatas / iStock / Thinkstock)

Ohne Bordkarte kein Check-in – Flugreisende kennen die Bedeutung des kleinen Ausdrucks. Erst damit erhält man Zutritt zum Flugzeug. Ist der Flug beendet, hat die Bordkarte in den Augen der Passagiere ihren Zweck erfüllt und kann dann einfach in den Müll geschmissen werden. Es scheint keinen Unterschied zwischen dem Boarding-Pass und einer Eintrittskarte für das Kino oder Museum zu geben. Ein Strichcode, sich elektronisch auslesen lässt.

Die Bordkarte enthält personenbezogene Informationen

Doch so trivial wie ein Kinoticket ist die Bordkarte nicht, wie ein amerikanischer Blogger in seinem Beitrag zeigt. Denn die Karte enthält nicht nur den Namen des Reisenden und sein Reiseziel, sondern noch eine ganze Reihe von Informationen.

Welche das genau sind, ist von der jeweiligen Fluggesellschaft abhängig. So ist üblicherweise darauf auch bereits die individuelle Kundennummer des Fluggastes vermerkt. Und die kann dann bereits Zutritt zu einer Vielzahl anderer Systeme oder auch Portalen von anderen Fluggesellschaften bilden.

Denn mit dem Namen der Person und der Kundennummer könnte mit einem Anruf bei der Airline beispielsweise die PIN zum Buchungsportal geändert werden. Dazu wird das Call-Center andere Informationen abfragen. Über Facebook & Co. ist es aber heute nicht mehr schwer, das Geburtsdatum oder die genaue Adresse einer Person herauszufinden. Und vom Buchungsportal ist es dann nur noch ein Schritt bis zu Informationen wie einer Kreditkartennummer.

Da auf den Bordkarten ein simpler Strichcode verwendet wird, ist das Auslesen der Informationen nicht schwierig. Eine kostenlose App für das Smartphone genügt bereits. Und natürlich lässt sich die achtlos weggeworfene Bordkarte auch einfach als Vorlage für eine Fälschung nutzen.

Tipp: Auf elektronische Bordkarten umsteigen

Um sich Unannehmlichkeiten zu ersparen und Risiken zu minimieren, sollten Bordkarten also nicht einfach in den Müll geworfen, sondern am besten nach dem Flug sicher entsorgt werden. Und sofern möglich, ist der Umstieg auf elektronische Boardingpässe zu empfehlen. Hier verlässt der Strichcode das eigene Smartphone nicht. Die persönlichen Daten sind also besser geschützt.

Stephan Lamprecht

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