21. Januar 2016 - Aktuelle Studie

Big Data: Skepsis überwiegt

Eine Mehrheit der europäischen Nutzer digitaler Services kann sich unter bestimmten Bedingungen vorstellen, persönliche Daten für Big-Data-Analysen zu teilen. Voraussetzungen sind allerdings Transparenz sowie ein individueller und/oder ein sozialer Mehrwert, so eine aktuelle Studie.

Aktuelle Studie zu Big Data Die Skepsis der Europäer gegenüber Big Data überwiegt, schwindet jedoch bei Gesundheitsthemen (Bild: MacXever / iStock / Thinkstock)

Das Vodafone Institute for Society and Communications hat im Rahmen der Studie „Big Data. A European Survey on the Opportunities and Risks of Data Analytics“ mehr als 8.000 Europäer in acht Ländern befragt, unter welchen Umständen sie bereit sind, persönliche Daten an digitale Services weiterzugeben. Das Fazit: Wenn Big Data Nutzen verspricht, treten Bedenken in puncto Datenmissbrauch häufig zurück.

Ja zu Big Data im Gesundheitswesen

Insbesondere wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht, ist die Bereitschaft groß, Daten zur Verfügung zu stellen. So äußerten sich 65 Prozent der Befragten dahin gehend, dass sie bereit seien, ihre Daten und die vieler anderer Menschen anonym von Gesundheitsinstitutionen sammeln zu lassen, um Verbesserungen bei der Entdeckung und Behandlung von Krankheiten zu erreichen. Selbst mit der Sammlung, Speicherung und Analyse der Gesundheitsdaten in nicht anonymisierter Form sind im Durchschnitt noch 53 Prozent der befragten Europäer einverstanden, solange dies der eigenen Heilung oder der Heilung anderer dienlich ist.

Allerdings ergibt sich in den einzelnen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Spanien, Tschechien), aus denen die Teilnehmer der Umfrage kamen, ein höchst unterschiedliches Bild. So befürworten nur 42 Prozent der Deutschen das Sammeln von Gesundheitsdaten zur besseren Behandlung und Erkennung, während 86 Prozent der Spanier und 79 Prozent der Italiener diese Vorgehensweise als begrüßenswert einschätzen.

Mehr Nach- als Vorteile

Grundsätzlich wird das massenhafte Sammeln und Auswerten von Daten allerdings eher skeptisch gesehen:

  • So gaben 51 Prozent der Befragten an, im Phänomen Big Data mehr Nachteile als Vorteile zu sehen.
  • Lediglich 32 Prozent sehen laut eigenen Angaben darin mehr Vorteile.
  • 17 Prozent haben diesbezüglich eine neutrale Haltung.

Die Gründe für die weitverbreitete Skepsis sind vor allem mangelndes Vertrauen in Unternehmen und Staat sowie fehlende Transparenz. 64 Prozent der Befragten wünschen sich ein hohes Maß an Transparenz bei der Verwendung ihrer persönlichen Daten, 68 Prozent fordern knappere und in verständlicher Sprache verfasste Nutzungsbedingungen.

Das Vertrauen darin, dass private oder auch öffentliche Institutionen mit persönlichen Daten verantwortungsvoll umgehen, ist insgesamt niedrig. Während etwa Gesundheitseinrichtungen (43 Prozent), der eigene Arbeitgeber (36 Prozent) oder Banken (33 Banken) beim Umgang mit Daten noch ein etwas höheres Vertrauen genießen, verlassen sich nur wenige Nutzer auf Suchmaschinen (16 Prozent) und Social-Media-Provider (11 Prozent).

Keine Daten für Werbung

Recht einheitlich präsentiert sich das Bild, wenn es um die Weitergabe persönlicher Daten an Dritte, insbesondere zu kommerziellen Zwecken geht. Eine große Mehrheit steht dieser Praxis – unabhängig vom Thema oder der Art der Daten – sehr kritisch gegenüber. Gerade einmal zehn Prozent der Befragten gaben an, kein Problem damit zu haben, wenn ein Shop ihre Daten für Werbezwecke und Marketingaktionen an Dritte weitergibt.

fgo

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln