21. September 2012 - Überwachungskameras

„Big Brother“ beobachtet nur auf Befehl

Die Videoüberwachung über Kameras im öffentlichen Raum ist für viele Menschen, die sich nicht geschützt, sondern unangemessen beobachtet fühlen, gleichbedeutend mit dem sprichwörtlichen Dorn im Auge. Abhilfe schaffen soll ein von Fraunhofer neu entwickeltes interaktives Videoüberwachungssystem, das dem Einzelnen quasi Mitspracherecht beim Kameraeinsatz einräumt.

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Überwachungskameras sollen auskunftsfreudig und "on demand" einsetzbar werden (Quelle: Fraunhofer IOSB).

In einem ersten Schritt will das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) mit der auf der IT-Security-Messe it-sa in Nürnberg präsentierten Lösung Bürgern die Möglichkeit geben, Informationen über den Betreiber und die Verwendung der Kamera sowie der Daten zu erhalten. Hierzu sollen die Kameras mit einem Barcode ausgestattet werden, der sich per Smartphone einlesen lässt und über den anschließend die entsprechenden Informationen abrufbar sind.

Aktiv in das Überwachungsprocedere eingreifen können Bürger, wenn auch der zweite Ansatz des neuen Systems realisiert würde. Laut Fraunhofer IOSB sollen die Kameras dann über eine Gestenerkennung verfügen, über die man sie bei Bedarf in Gang setzen kann. Wenn eine Person beispielsweise auf dem Nachhauseweg durch einen dunklen Park geht, ihr Auto in einer Tiefgarage aufsucht oder längere Wartezeiten an entlegenen Bushaltestellen anstehen, könnte sie künftig einer Kamera per Geste den Befehl zur Überwachung geben.

Vorteile sehen die Entwickler aber nicht nur für Überwachte, sondern auch für Überwachende. Eine Vielzahl von Monitoren mit Standbildern, so das IOSB, würde ein Konzentrationsproblem und damit eine Schwächung des gesamten Systems bedeuten. Ziel sei es, eine Anlage zu installieren, die die Aufmerksamkeit gezielt auf potenzielle Sicherheitsrisiken lenken kann.

(21.09.2012/fgo)

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