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11. Oktober 2017 - OnePlus

Betriebssystem OxygenOS übermittelt Nutzerdaten

Das Betriebssystem des chinesischen Smartphone-Herstellers OnePlus sendet sensible Daten über das Nutzerverhalten an das Unternehmen. Eine Information darüber erfolgt nicht.

OxygenOS- nicht gerade empfehlenswert OxygenOS ist nicht gerade empfehlenswert in puncto Datenschutz (Bild: ipopba / iStock / Thinkstock)

OnePlus nutzt für seine Smartphone-Modelle ein eigenes Betriebssystem auf Basis von Android. OxygenOS wurde für Zielmärkte in Übersee entwickelt und ausschließlich mit Geräten des Herstellers ausgeliefert.

Datenübermittlung an den Hersteller

Nutzer der Smartphones werden vom Betriebssystem regelrecht ausspioniert. Nicht nachvollziehbar sendet es Daten an die Server des Unternehmens. Ohne Einwilligung und Information der Anwender und ohne Möglichkeit, diese Funktion mit den sichtbaren Optionen des Betriebssystems zu deaktivieren.

Zu den übermittelten Daten gehören laut einem, inzwischen von verschiedenen Quellen bestätigten, Blogeintrag:

  • die Seriennummer des Geräts
  • die IMEI des Geräts
  • Telefonnummern
  • MAC-Adressen
  • WiFi-Kennungen (SSIDs)
  • die Information, welche Apps wie lange offen waren
  • die Information, welche Aktivitäten (Funktionen) innerhalb einer App aufgerufen wurden

Die so erhobenen Daten werden mit Zeitstempeln versehen. Eine Vorabinformation der Nutzer und eine Möglichkeit, der Datensammlung zu widersprechen (Opt-out), sind nicht vorgesehen.

Verhaltene Reaktion des Herstellers

Zunächst gab es vom Hersteller keinerlei Reaktionen. Danach verwies OnePlus auf die Lizenzbedingungen der Software und führt dazu aus, dass die Datenübermittlung abgeschaltet werden könnte, wenn der Nutzer in den Einstellungen seines Smartphones die Teilnahme am Kundenzufriedenheitsprogramm deaktiviere.

Tatsächlich werden aber auch danach noch weitere Informationen an einen in der Amazon-Cloud laufenden Server übermittelt.

Eine vollständige Abschaltung ist offenbar nur durch die De-Installation einer Systemkomponente möglich. Das Vorgehen erfordert aber tiefergehende technische Kenntnisse. Und: Die Auswirkungen auf die Stabilität des Gesamtsystems sind nicht bekannt.

Ungeeignet für den Unternehmenseinsatz

Angesichts der intransparenten Übermittlung von Nutzerdaten sind die Geräte des Herstellers unter dem Aspekt des Datenschutzes für den Firmeneinsatz untauglich. Noch dazu scheint die Übermittlung nicht nur aktuelle Geräte zu betreffen, sondern alle Modelle des Herstellers.

Auch Privatanwender sollten sich den Einsatz von OxygenOS bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts gut überlegen.

Stephan Lamprecht

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