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7. September 2018 - Datenschutz in Apps

Besserer Datenschutz im AppStore

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Apple macht einen weiteren Schritt zu mehr Datenschutz. Entwickler von Anwendungen für das Betriebssystem iOS müssen jetzt auch eine Datenschutzerklärung einreichen. Dies dürfte auch eine Reaktion des Unternehmens auf die europäische Datenschutzgrundvordnung sein.

Apple verbessert den Datenschutz im AppStore Apple scheint es mit seinen Bemühungen um besseren Datenschutz bei Apps durchaus ernst zu meinen. Entwickler müssen jetzt eine Datenschutzerklärung einreichen. (Bild: ViewApart / iStock / Getty Images Plus)

In seinen Dokumenten geht Apple zwar nicht auf die DS-GVO ein, die neue Anforderung an Softwareentwickler dürfte aber einen unmittelbaren Bezug dazu haben.

Wer neue Apps oder Updates zu bestehenden Apps bei Apple zum Vertrieb über den App-Store einreicht, muss auch eine Datenschutzerklärung mitliefern.

Diese neue Richtlinie für Entwickler tritt ab dem 3. Oktober 2018 in Kraft.

Datenschutzerklärung wird zwingend

Ohne eine solche Erklärung erhalten Apps keine Freigabe mehr. Das heißt die Anwedung ist dann nicht in der offiziellen App-Quelle von Apple erhältlich.

Es gibt aber eine Übergangsfrist für bereits veröffentlichte Anwendungen. Für diese wird die Datenschutzerklärung erst dann verpflichtend, wenn ein Update erscheinen soll.

Apps, die auf ein Abomodell setzen, waren bereits vorher zur Offenlegung der verwendeten Daten verpflichtet.

So sieht die Praxis aus

Die Datenschutzerklärung muss für den Nutzer aus der App heraus erreichbar sein. Das hat Apple in den Richtlinien beschrieben.

Darin müssen Entwickler zum Beispiel offen legen, welche Daten die App erfasst und verwendet.

Der Nutzer der App muss in der Erklärung darüber informiert werden,

  • wie lange die Daten gespeichert werden,
  • wie man die Zustimmung dazu widerrufen sowie
  • seine Daten löschen lassen kann.

Interessant ist hierbei die Tatsache, dass die Entwicklerrichtlinie auch auf die Offenlegung von Daten abzielt, die Anwendungen mit Dritten teilen.

Sie gilt also auch für in den Apps integrierte Analysetools oder Werbenetzwerke.

Gemäß den Vorgaben durch Apple dürfen die Partner ebenfalls nicht gegen die Datenschutzgrundsätze verstoßen.

Apple macht ernst

Apple scheint es mit seinen Bemühungen um eine Verbesserung des Datenschutzes bei Apps durchaus ernst zu meinen.

So musste Facebook beispielsweise kürzlich die VPN-App Onavo  auf Druck von Apple aus dem App-Store entfernen.

Sie soll eine ganze Reihe von Daten über die Nutzung an Facebook weitergegeben haben. Das war Apple offenbar zu weitreichend.

Grundsätzlich sind die Bemühungen von Apple in Richtung mehr Datenschutz zu begrüßen.

Die Übergangsfrist ist aus Sicht des Unternehmens nachvollziehbar, da es im Store unzählige Anwendungen gibt, die seit langer Zeit gar nicht mehr aktualisiert werden.

Durch die Verpflichtung zur Datenschutzerklärung auf neue Versionen und Updates bleibt der Aufwand zur Prüfung für das Unternehmen beherrschbar.

Stephan Lamprecht