29. September 2015 - Online-Services

Bequemlichkeit geht vor Datenschutz

In der Theorie zeigen sich Internet-Nutzer aus Deutschland durchaus sensibel für das Thema Datenschutz. In der Praxis weicht allerdings manch guter Vorsatz schnell auf.

Viele Nutzer ziehen Komfort dem Datenschutz vor Für viele Online-Nutzer ist der eigene Komfort wichtiger als der Schutz ihrer privaten Daten (Bild: maxkabakov / iStock / Thinkstock)

Zwei Drittel (67 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland verzichten laut einer Umfrage von Bitkom Research gezielt auf bestimmte Online-Dienste, wenn sie dort persönliche Daten wie Name, E-Mail-Adresse oder Geburtsdatum angeben müssen.

Dennoch setzen fast neun von zehn (87 Prozent) der rund 1.100 Befragten Online-Dienste auch dann ein, wenn sie sich nicht sicher sind, dass die gesetzlichen Vorgaben für die Datenverarbeitung in Deutschland eingehalten werden. Als Grund sagen 72 Prozent, dass sie den Dienst nützlich finden.

Datenweitergabe wird skeptisch gesehen

Hauptgrund für die Skepsis gegenüber Service-Anbietern im Internet sind Bedenken, dass die eigenen privaten Daten missbraucht werden könnten:

  • So befürchten 87 Prozent derjenigen, die auf die Nutzung sozialer Netzwerke oder Online-Speicherdienste verzichten, dass ihre Informationen ohne ausdrückliche Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.
  • Fast genauso viele wollen keine unerwünschte Werbung erhalten (83 Prozent),
  • fürchten eine Speicherung ihres Nutzungsverhaltens (82 Prozent) oder
  • halten die Anbieter für nicht vertrauenswürdig (81 Prozent).

Drei Viertel (75 Prozent) haben sich mit den Privatsphäre-Einstellungen ihres bevorzugten sozialen Netzwerks beschäftigt, 60 Prozent haben danach Änderungen der Datenschutz-Einstellungen vorgenommen.

Komfort ist vielen wichtiger als Datenschutz

Die grundsätzlichen Bedenken gegenüber dem Datenschutz bei Service-Anbietern sind anscheinend allerdings oft nur theoretischer Natur:

  • So gaben 73 Prozent der Befragten an, das die Benutzerfreundlichkeit eines Online-Services nicht unter Datenschutzregeln leiden sollte.
  • 58 Prozent finden es gut, wenn Dienste durch die Auswertung von persönlichen Daten einfacher zu handhaben sind.
  • Knapp ein Drittel ist sogar generell der Meinung, die Einhaltung der Datenschutz-Vorgaben sei nicht so wichtig.

Grauzone

Viele Internet-Nutzer sind nach eigener Auffassung nicht in der Lage, das Thema Datenschutz richtig zu verstehen. So äußerten sich 68 Prozent der Umfrageteilnehmer dahin gehend, dass ihnen Informationen darüber fehlten, was sie selbst für den Schutz ihrer Daten im Internet tun können. Vier von fünf (79 Prozent) Online-Anwender stimmen Datenschutzerklärungen zu, auch wenn sie sie nicht gelesen oder verstanden haben.

fgo

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