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2. Juli 2019 - Datenschutz-Aufsichtsbehörden

BayLDA veröffentlicht Online-Beratungstool

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Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) hat nicht nur die eigene Website überarbeitet. Die Aufsichtsbehörde bietet jetzt auch einen besonderen Service. Denn seit kurzem ist ein Tool für die Online-Beratung auf der Homepage integriert.

Das BayLDA veröffentlicht ein nuees Onlie Tool zur Beratung von Verantwortlichen, Betroffenen und Interessierten Das bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) zeigt mit einem neuen Beratungstool, dass es gewillt ist Betroffene, Verantwortliche und Interessierte zu beraten. (Bild: SonerCdem/ iStock / Getty Images Plus)

Die Umsetzung der DSGVO hat Unternehmen, Behörden und Vereine gleichermaßen verunsichert. Die Folge war ein immenser Anstieg der Anfragen an die Datenschutz-Aufsichtsbehörden.

Das führte letztlich zu einer Diskussion unter den Datenschutzämtern der Länder, ob Beratungsleistungen überhaupt erbracht werden müssten.

Thomas Kranig: Beratung geht über Bußgeld

Das Bayrische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) vertritt die Auffassung, dass es wichtig ist, Unternehmen, Vereine, Verbände und Bürger zu beraten. Zum Beispiel darüber, was Datenschutz bedeutet und welche Anforderungen die DSGVO stellt.

„Jede Beratung die dazu führt, dass ein Datenschutzverstoß gar nicht erst entsteht, ist besser als jedes Bußgeld für einen begangenen Datenschutzverstoß“ fasst Thomas Kranig, Präsident des BayLDA, die Auffassung seiner Behörde zusammen.

Zweistufiges Beratungsverfahren für Online-Anfragen

Im Rahmen der Umgestaltung der Website startete die Aufsichtsbehörde ein neues Beratungstool. Es zielt sowohl auf Bürger als auch auf betroffene Personen und Unternehmen, Vereine, Verbände und Berater als Verantwortliche ab.

Um eine Anfrage zu stellen, muss sich der Fragesteller zunächst als Betroffener oder Verantwortlicher kennzeichnen. Anschließend wählt er einen Themenbereich, auf den sich seine Anfrage bezieht, aus. Danach zeigt die Website bereits beantwortete Fragen an, die zum Themenbereich passen.

Falls in dieser ersten Stufe die Frage nicht beantwortet wird, kann der Nutzer ein Formular nutzen. Dort gibt er sein Anliegen, sowie seine Kontaktdaten an. Dann wird die Problematik direkt an die Behörde weitergeleitet und dort abgearbeitet.

Behörde erleichtert sich die Arbeit

Um die Online-Beratung möglichst effizient abzuwickeln, gibt es bei den Anfragen von Verantwortlichen noch ein weiteres Element.

Diese müssen bei ihrer Frage direkt die eigene Einschätzung der Situation mitliefern. Im Idealfall stimmen die Mitarbeiter der Behörde dem einfach nur zu.

Der Clou: Das BayLDA  wertet die eigehenden Anfragen aus. Sofern zum gleichen Themen mehrere Fragen eingehen, geht das Anliegen in die Liste der häufigen Fragen (engl.: frequently asked questions = FAQ) mit ein.

Bewährtes Konzept für Beschwerden & Verstöße

„Wir hoffen, dass Beratungsanfragen in Zukunft soweit wie möglich online bei uns eingehen, da dies durch die automatische Übernahme der Kontaktdaten und Themenbereiche eine unmittelbare Zuordnung im BayLDA und erleichterte Beantwortung ermöglicht.”, so Thomas Kranig, Präsident des BayLDA.

„Bei Beschwerden und der Mitteilung von Datenschutzverletzungen hat sich diese Erwartung erfüllt.“, erklärt er.

Stephan Lamprecht