11. Mai 2013 - Cyberkriminalität

Bankraub im Stil des 21. Jahrhunderts

Mit den Daten der Besitzer von Prepaid-Debitkarten, die bei Zahlungsdienstleistern entwendet wurden, erbeuteten Online-Bankräuber rund 45 Millionen US-Dollar.

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Moderner Bankraub funktioniert per Internet (Bildquelle: Dieter Schütz/pixelio.de).

Begonnen hatten Raubzüge per Internet bereits Ende 2012 beziehungsweise Anfang 2013, als die Verbrecher sich in das Rechnernetz zweier Kreditkartenabrechner hackten. Dort kopierten sie die Daten von Karten einschließlich der dazu gehörigen PIN-Codes von Kunden zweier Banken in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Oman.

Gestohlen wurden nur Daten zu Prepaid-Kreditkarten, die von den Kunden zuvor mit einem Betrag aufgeladen wurden, der dann über die Karte abgehoben werden kann. In beiden Fällen gaben sich die Online-Räuber mit diesen Summen aber nicht zufrieden, sondern setzten das Limit für Bargeldabhebungen hoch.

Mittels dieser Daten begaben sich Helfer der Kriminellen dann zu Geldautomaten in 20 Ländern. Die Teams hoben weltweit 36.000-mal Geld ab; im Dezember etwa fünf Millionen und im Februar rund 40 Millionen US-Dollar.

Unsichere Magnetstreifen

Auch in deutschen Städten waren die Betrüger aktiv und erbeuteten einen Betrag in Millionenhöhe. Dabei wurden offenbar Kartendubletten von Prepaid-Karten des US-Kreditkartenunternehmens Mastercard genutzt, bei denen Magnetstreifen auch noch bei deutschen Geldautomaten für Abhebungen funktioniert. Die EC-Karten in Deutschland sind seit Herbst 2012 mit Chip ausgerüstet; Abhebungen von Geldautomaten in Deutschland funktionieren ausschließlich über den Chip. Der Magnetstreifen ist zwar weiter auf der Karte vorhanden, über ihn laufen aber nur Funktionen wie der Kontoauszugsdrucker.

Sieben der Helfer, die die Geldabhebungen vornahmen, wurden in New York inhaftiert, die Hintermänner befinden sich allerdings noch auf freiem Fuß. Auch in Deutschland sitzen zwei mutmaßliche Beteiligte in Untersuchungshaft.

(11.05.2013/fgo)

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