11. Dezember 2012 - Presserecht

Auch Wikipedia genießt Pressefreiheit

Das Landgericht Tübingen hat eine Klage gegen Wikipedia zurückgewiesen, mit der ein außerordentlicher Professor der Eberhard Karls Universität Tübingen einen Eintrag zu seiner Person entfernen lassen wollte.

auch-wikipedia-geniest-pressefreiheit.jpeg
Auch Wikipedia kann für sich Pressefreiheit reklamieren (Bildquelle: Wikimedia Foundation).

Die Forderung des Akademikers an Wikipedia war, „zu unterlassen, auf der Internetseite http://de.wikipedia.org oder in sonstiger Weise über die persönlichen Daten des Klägers, seinen Beruf, seinen Lebenslauf und insbesondere seine Mitgliedschaft bei katholischen Studentenverbindungen … zu berichten.“

Wikipedia dagegen beantragte, die Klage abzuweisen, da „… durch den Eintrag der Kläger nicht in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt werde …“.

Klage abgewiesen

Das Gericht folgte in seinem Urteil dem Rechtsverständnis von Wikipedia und wies die Klage unter anderem mit der Begründung ab, dass zwar „… infolge des Bereithaltens der beanstandeten Inhalte zum Abruf im Internet … ein Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Klägers durch die Beklagte vorliege“, dieser Eingriff  „jedoch nicht widerrechtlich“ sei.

Auch bestünden „keine Anhaltspunkte, dass der Kläger durch den Beitrag sozial ausgegrenzt oder isoliert zu werden droht“. Zudem können die „Beklagte die Pressefreiheit aus Art. 5 I 2 1. Alt. GG für sich in Anspruch nehmen“.

(11.12.2012/fgo)

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln