19. März 2014 - Chat-Verläufe

Arbeitgeber kopiert Daten von geliehenem Handy

Gegen einen Arbeitgeber wurde eine Bußgeldzahlung verhängt, weil er illegitim personenbezogene Daten vom Mobiltelefon eines ehemaligen Mitarbeiters kopiert hatte.

Thinkstock/triloks Beim Missbrauch eines geliehenen Smartphones droht Bußgeld (Bildquelle: Thinkstock/triloks).

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) hat einen Arbeitgeber mit einem Bußgeld in nicht bekannter Höhe belegt, weil er gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstoßen hatte. Er hatte ohne Erlaubnis gespeicherte Chat-Verläufe vom Mobiltelefon eines ehemaligen Mitarbeiters kopiert.

Zum jetzt rechtlich beurteilten Vorfall kam es im Rahmen eines Abschiedsessens. Der Arbeitgeber lieh sich das Smartphone seines ehemaligen Mitarbeiters unter dem Vorwand,  der Akku seines eigenen Telefons sei leer, er müsse aber eine dienstliche Mail versenden. Zusätzlich zum Verschicken dieser Mail hatte der Arbeitgeber aber auch noch zwei auf dem Handy des ehemaligen Mitarbeiters gespeicherte Chat-Verläufe aus WhatsApp an seine eigene E-Mail-Adresse gesendet.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren eingestellt, nachdem der ursprünglich gestellte Strafantrag zurückgenommen wurde, und an das BayLDA als Verwaltungsbehörde abgegeben. Das BayLDA wiederum hat nun den Vorfall als Ordnungswidrigkeit eingestuft. Bei den verschickten Chat-Inhalten handele es sich um personenbezogene Daten, die nicht allgemein zugänglich waren. Das Kopieren dieser Daten war aus Sicht des BayLDA unzulässig, da „… der Arbeitgeber keine Einwilligung dazu von seinem früheren Mitarbeiter hatte und es auch keine sonstige rechtliche Grundlage dafür gab, wonach der Arbeitgeber sich diese Informationen hätte zuschicken dürfen“.

(19.03.2014/fgo)

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