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9. November 2017 - Datenschutz bei Apps

Warum Apps bald Kennzeichnungen tragen könnten

Zahlreiche Apps fordern Zugriff auf Daten, die für die Kernfunktionalität nicht erforderlich sind. Für den Anwender ist selten klar, was mit den Daten geschieht. Die Landesregierung von NRW will das mit einer Kennzeichnung ändern.

Apps geben Daten an Dritte Dass Apps viele Daten abfragen, ist längst bekannt. Doch die Verarbeitung und Weitergabe soll für den Anwender transparenter werden. Das fordert der Justizminister von NRW. (Bild: studiogstock / iStock / Thinkstock)

Für Experten ist der Datenhunger vieler mobiler Apps keine Neuigkeit. Zwar hat Google die aktuellen Versionen seines Android-Betriebssystems mit einer Abfrage ausgestattet, die deutlich detaillierter den gewünschten Datenzugriff einer App darstellt.

Aber häufig verbergen sich Hinweise auf die Weitergabe von Benutzerinformationen erst in den AGB einer App.Diese sind schwer zu verstehen und für viele Nutzer nicht ersichtlich.

NRW-Justizminister fordert Kennzeichnungspflicht

Gegen diese eher versteckte Datenweitergabe will das Justizministerium von Nordrhein-Westfalen einschreiten. Der Minister Peter Biesenbach möchte “die Anbieter von Apps zu einem Daten-Button verpflichten“. Dieser soll „an zentraler Stelle und schon vor dem Vertragsabschluss“ platziert sein.

Der Nutzer soll damit auf einen Blick erkennen, welche seiner Informationen eine Anwendung verarbeitet und womöglich preisgibt. Nach Medienberichten ist der Justizminister Peter Biesenbach (CDU) bereits in Gesprächen mit seinen Amtskollegen.

Beteiligt sind:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Hessen

Eine entsprechende Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) soll über eine Initiative im Bundesrat erfolgen.

Bitkom: Die EU-DSGVO reicht aus

Der Branchenverband BITKOM sieht keinen Mehrwert in einer solchen Kennzeichnung. Eine Sprecherin sieht die Anforderungen der neuen Datenschutz-Grundverordnung in dieser Hinsicht als ausreichend an.

Die Datenschutzbeauftragte des Landes NRW unterstützt den Vorstoß des Ministers.

Stephan Lamprecht

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