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26. Oktober 2018 - Datenschutz allgemein

Apple sieht Datenschutz als Teil seiner Produkte

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Das Technikunternehmen aus Cupertino positioniert sich in Sachen Datenschutz weiter gegenüber anderen US-Konzernen. So sieht Apple-Chef Tim Cook im Datenschutz ein „grundlegendes Menschenrecht“.

Apple hält den Datenschutz derzeit recht hoch Bei Apple gehört Datenschutz zur Philosophie (Bild: iStock.com / Nikada)

Der Cambridge-Analytica-Skandal und die Sicherheitslücke bei Google+ sensibilisieren Nutzer in den USA und Europa gleichermaßen. Apple macht sich daher derzeit für den Datenschutz öffentlich stark.

Apple-Chef sieht DSGVO als Vorbild

Apple-Chef Tim Cook verlangt in seiner Eröffnungsansprache auf der 40. Internationalen Konferenz der Datenschutzbeauftragten in Brüssel ein umfassendes Datenschutzgesetz nach dem Vorbild der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) für die USA.

Er unterstrich, dass bei Apple die Überzeugung herrsche, dass Datenschutz ein grundlegendes Menschenrecht sei.

Ein neues US-Gesetz würde nach den Ideen Cooks auf vier Grundrechten basieren:

  • Unternehmen sollten so wenige Daten wie möglich sammeln.
  • Internetnutzer müssten jederzeit wissen, welche Daten gesammelt würden und zu welchem Zweck dies geschehe.
  • Unternehmen hätten anzuerkennen, dass die Daten den Nutzern gehörten.
  • Und Daten hätten immer geschützt zu sein.

Apple stellt neue Datenschutzseite ins Netz

Auf der neuen Datenschutzseite, die Apple für Deutschland ins Netz stellte, hebt das Unternehmen den Datenschutz regelrecht in den Rang eines Produktfeatures.

Die Nutzer erhalten hier in Form eines Transparenzberichts Informationen darüber, wie Apple beispielsweise auf Auskunftsbegehren reagiert, wenn diese sich auf Nutzer beziehen.

Außerdem stellt die Website umfassend die verschiedenen Funktionen in Geräten und Betriebssystemen von Apple dar, mit denen die Nutzer ihre Daten selbst schützen können.

Datenschutzkonforme Funktionen

Apple erläutert auch, wie es verschiedene Funktionen so entwickelte, dass diese dem Datenschutz Rechnung tragen. Dazu gehören:

  • Group FaceTime: Eine durchgängig verschlüsselte Kommunikation für Gruppen bis zu 32 Personen soll in Kürze vorgestellt werden.
  • Intelligent Tracking Prevention: Im Browser ist eine Funktion integriert, die dem Anwender die volle Kontrolle über die Daten gibt, die er bei Kommentar- oder Teilen-Schaltflächen auf Webseiten von sich teilen will.
  • Unterbinden von Fingerprints: Das neue Betriebssystem Mojave entfernt potentielle Identifikationsmerkmale, mit denen es möglich ist, eindeutige Profile zu bilden.
  • Apple Maps zerlegt aus Sicht des Servers eine Route in verschiedene Teile. Für Apple ist somit nicht erkennbar, welchen Weg ein Nutzer exakt genommen hat.

Nicht zuletzt mit dieser Informationsseite beweist Apple eine These, die Datenschützer schon häufiger vertreten haben.

Statt im Datenschutz ein Hindernis für das eigene Geschäft zu sehen, lassen sich Maßgaben wie „Privacy by Design“ als Verkaufsargument nutzen.

Stephan Lamprecht