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17. Mai 2018 - Apps

Apple greift bei App-Sicherheit durch

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Derzeit wird Apple-Chef Tim Cook nicht müde, öffentlich den Datenschutz zu thematisieren. Er spart dabei auch nicht an Kritik an anderen Tech-Unternehmen aus den USA. Nun greift das Unternehmen härter in seinem App-Store durch, um App-Entwickler dazu zu bewegen, die Regeln einzuhalten.

Datenschutz im Apple App-Store nun strenger überwacht Im Zuge der DSGVO geht Apple nun offensiv gegen App-Entwickler vor, die sich nicht an die Datenschutzrichtlinien des Unternehmens halten (Bild: iStock.com / dem10)

In einer Rede bezeichnete der Apple-CEO Cook den Datenschutz als Menschenrecht und Teil der bürgerlichen Freiheit.

Bewusst suche sein Unternehmen einen anderen Weg als andere Unternehmen. Demnach wolle Apple so wenig Daten wie möglich sammeln und sorgfältig und respektvoll mit der Privatsphäre seiner Kunden umgehen.

Offenbar soll es nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben. Denn im App-Store geht Apple gerade aktiv gegen Programme vor, die gegen den Datenschutz verstoßen.

Stein des Anstoßes: Standort-Übermittlung

Im Kern zielen die aktuellen Maßnahmen von Apple auf Apps ab, die gegen Richtlinien des App-Stores verstoßen, die sich auf die Weitergabe von Benutzerdaten beziehen. Vor allem die Erfassung und Übermittlung der Standort-Informationen stehen derzeit im Fokus der Prüfungen.

In seinen Richtlinien hat Apple in den Abschnitten 5.1.1 und 5.1.2 die App-Entwickler darauf verpflichtet, dass der Nutzer umfassend informiert werden müsse, wenn sie diese Daten erheben und weitergeben.

Die Regelungen sind nicht neu, aber einige Unternehmen haben diese Vorschriften nicht richtig ernst genommen. Apple informiert die Entwickler jetzt offensiv per E-Mail und erinnert daran, die Richtlinien einzuhalten.

In der Nachricht fordert Apple, dass jeglicher Programmcode, benutzte Bibliotheken oder Frameworks aus der App, die für die Übermittlung der Daten verantwortlich sind, entfernt werden müssten.

Erst danach können die Unternehmen die App erneut zur Überprüfung einreichen, um sich wieder im Store listen zu lassen. Apple behält sich in seinen Richtlinien vor, Verstöße mit dem dauerhaften Ausschluss der Programme aus dem Store zu ahnden.

Datenerhebung und Weitergabe nur zulässig, wenn erforderlich

Weiterhin erinnert Apple daran, dass die Erhebung und die Weitergabe der Daten aus Sicht des Unternehmens nur zulässig sei, wenn diese funktional benötigt werden oder die Leistung eines Programms verbessern.

Im Rahmen seiner eigenen Vorbereitungen zur Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erscheint dieser Schritt von Apple konsequent. Wie bekannt, sind die Erhebung und Weitergabe von personenbezogenen Daten zustimmungspflichtig.

Als Betreiber einer Plattform könnte Apple unter Umständen von Nutzern haftbar gemacht werden, wenn Entwickler sich nicht an die Regularien handeln.

Stephan Lamprecht