19. August 2013 - Datenhandel

Apothekenrechenzentrum in der Kritik

Wie der „Spiegel“ berichtet, soll das Apothekenrechenzentrum VSA in München Pateientendaten ohne ausreichende Anonymisierung an Marktforschungsunternehmen verkaufen.

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Laut "Spiegel" illegale Handelsware: Daten aus Apotheken (Bildquelle: ABDA).

Der Spiegel bezieht sich in seinem Bericht auf „vertrauliche Dokumente“ , die der Redaktion vorliegen würden. Demnach verkaufe das Rechenzentrum Patientendaten unter anderem an den US-Konzern IMS, der nach eigenen Angaben unter anderem die Krankheiten von „42 Millionen verschiedenen gesetzlich Versicherten“ in Deutschland verfolge. Die Krankheitsverläufe seien teilweise über mehr als 20 Jahre zurück verfolgbar. Für jeden Rezeptdatensatz eines deutschen Versicherten müsse IMS laut Spiegel-Meldung teils weniger als 1,5 Cent an Apothekenrechenzentren bezahlen.

Diese Weitergabe der Daten, so der Spiegel, sei an sich nicht illegal, solange für eine ausreichende Verschlüsselung und damit eine Anonymisierung gesorgt würde. Genau dies aber sei nicht gewährleistet, da „die Identität der Patienten lediglich durch einen 64-stelligen Code verschleiert (werde), der sich leicht auf die tatsächliche Versichertennummer zurückrechnen lässt“.

Dr. Thilo Weichert, Landesbeauftragter für Datenschutz Schleswig-Holstein, wirft in der Deutschen Apotheker-Zeitung den Datenverarbeitern vor, „jahrelang im Dunkeln agiert zu haben“. Die Apothekenrechenzentren hätten, so Weichert, an IMS Health und andere keine anonymisierte, sondern unzulässigerweise  pseudonymisierte Daten herausgegeben.

fgo

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