7. Juli 2016 - IT-Sicherheit und Digitalisierung

Angst vor Cyber-Attacken führt zu Umsatzeinbußen

Zahlreiche Unternehmen in Deutschland treiben ihren digitalen Umbau nur langsam voran. Denn sie fürchten IT-Sicherheitsvorfälle. In der Folge kommt es häufig zu Umsatzverlusten, so eine aktuelle Studie.

Aktuelle Studie zur Digitalisierung Die Digitalisierung von Prozessen, Services und Produkten geht in vielen deutschen Unternehmen aufgrund von Sicherheitsbedenken nur langsam voran (Bild: francisbonami / iStock / Thinkstock)

Wie die Studie „IT-Sicherheit im Rahmen der Digitalisierung“ der Bundesdruckerei GmbH aufzeigt, sind IT-Sicherheitsbedenken für viele deutsche Unternehmen der Grund, bei der Digitalisierung von Prozessen, Produkten und Services langsam vorzugehen:

  • Jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) befürchtet Umsatzverluste, da es die Digitalisierung aus diesem Grund nach eigenen Einschätzungen nicht schnell genug vorantreibt.
  • Für zusätzliche 32 Prozent ist das teilweise zutreffend.

Laut Umfrage fühlt sich nur fast jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) für die digitale Transformation gut vorbereitet:

  • Acht Prozent stimmten dieser Aussage „voll und ganz zu“.
  • Auf weitere 21 Prozent trifft sie „eher zu“.

Handel und Automobilindustrie fühlen sich schlecht aufgestellt

Im Branchenvergleich fällt auf, dass sich im Handel (19 Prozent) und der Automobilindustrie (25 Prozent) unterdurchschnittlich wenige Unternehmen gut vorbereitet fühlen. Der Maschinen- und Anlagenbau liegt mit 29 Prozent genau im Schnitt aller Branchen, allerdings gibt es auch hier viel Luft nach oben. So fühlen sich nur vier Prozent dieser für Deutschland so wichtigen Unternehmen uneingeschränkt gut gerüstet.

Überdurchschnittlich viele Maschinen- und Anlagenbauer verzichten demnach laut Studie auf Umsatz, weil sie aus Angst vor Cyberattacken ihre Prozesse, Produkte und Services langsamer digitalisieren: Auf jedes sechste (17 Prozent) Unternehmen dieser Branche trifft diese Aussage „voll und ganz zu“, auf weitere 13 Prozent trifft sie „eher zu“, auf weitere 27 Prozent teilweise.

„Egal, ob IT-Sicherheitsbedenken berechtigt, übertrieben oder vorgeschoben sind: Fakt ist, sie haben volkswirtschaftliche Auswirkungen und verzögern die notwendige Digitalisierung der deutschen Wirtschaft“, so Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH. „Der Trend zur vernetzten Industrie 4.0 stellt vor allem Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus vor die vermeintliche Entscheidung: schnelle Digitalisierung und Vernetzung samt höheren Sicherheitsrisiken oder langsame digitale Transformation und Umsatzverzicht.“

Studie von Bundesdruckerei und Bitkom

Für die von der Bundesdruckerei GmbH beauftragte und von Bitkom Research durchgeführte Studie wurden 556 Führungskräfte von Unternehmen in Deutschland mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt, die in ihrem Unternehmen für IT-Sicherheit verantwortlich sind. Thematisiert wurde, welche Ziele und Herausforderungen deutsche Unternehmen in puncto IT-Sicherheit bei der Digitalisierung sehen.

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