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22. November 2018 - Datensicherheit

Angriffe auf Android-Smartphones nehmen stark zu

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Die Analysten des Sicherheitsunternehmens G Data haben in diesem Jahr festgestellt, dass immer mehr schädliche Apps auf der Android-Plattform auftauchen. Die Bedrohungslage des Betriebssystems wächst nach Angaben des Unternehmens dramatisch.

Android bleibt äußerst anfällig für Schad-Software Android-Smartphones werden als Angriffsziel immer beliebter (Bild: Eplisterra / iStock / Getty)

Wie der Anbieter von Sicherheitslösungen in einem Blogbeitrag berichtet, ist die Anzahl der Schädlinge, die sich gegen die Android-Plattform wenden, im Jahr 2018 um 40 Prozent gestiegen. 3,2 Millionen neuer schädlicher Apps wurden zum Ende des dritten Quartals registriert.

Das Unternehmen rechnet damit, dass bis zum Ende des Jahres die Zahl auf 4 Millionen klettern wird.

Täglich fast 12.000 neue Schad-Apps

Pro Tag registrieren die Forscher des Anbieters rechnerisch 11.700 neue Schädlinge. Sie geben allerdings zu bedenken, dass das von Google initiierte Betriebssystem nicht per se unsicher sei.

Mit einem Marktanteil von 80 Prozent verfügt Android über eine große Installationsbasis. Entsprechend sind auch hohe Zahlen von Schädlingen zu erwarten.

Allerdings habe die Plattform mit veralteten Geräten zu kämpfen. Mit Treble habe Google ab Android 8 zwar eine Möglichkeit integriert, die eine schnelle Update-Verteilung erlaubt.

Doch über ein Jahr nach dessen Vorstellung laufe Android 8 nur auf jedem fünften Smartphone. Der Anteil der aktuellsten Version liegt bei unter 0,1 Prozent.

Regelmäßige Updates erhöhen Sicherheit

Unter Experten herrscht Einigkeit darüber, dass regelmäßige Sicherheits-Updates die Basis für einen besseren Schutz der Smartphones bilden.

Deswegen hat Google seit diesem Sommer die Hersteller von populären Android-Smartphones vertraglich dazu verpflichtet, mindestens zwei Jahre lang Sicherheits-Updates zur Verfügung zu stellen.

Wie ein Technikportal berichtet hat, müssen Smartphones im ersten Jahr mindestens vier Google-Sicherheits-Updates bekommen. Auch im zweiten Jahr sollen diese noch regelmäßig Updates erhalten.

Allerdings gilt dies nur für Geräte, die nach dem 31. Januar 2018 auf den Markt gekommen sind. Und von denen mindestens 100.000 Stück registriert wurden.

In der Breite wird das Problem mit den verspäteten oder gar nicht verteilen Updates also noch für eine Zeit bestehen bleiben.

Android im Unternehmen besonders absichern!

So lange sich aber an der Bedrohungslage von Android nichts Grundsätzliches ändert, müssen Android-Geräte im Unternehmens-Einsatz besonders kritisch betrachtet werden.

Neben den regelmäßigen Updates ist es ratsam, besondere Sicherheits-Maßnahmen zu ergreifen, also u.a.:

  • Installation von Apps nach Möglichkeit unterbinden.
  • Berechtigungen von installierten Apps prüfen und kritisch hinterfragen.
  • Optional Installation von Analyse-Software, um Schadsoftware zu erkennen.

Stephan Lamprecht