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17. Oktober 2018 - Datenschutzbehörden

Anfragen-Flut: Datenschutzbehörden stocken Personal auf

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Viele Studien und Befragungen rund um die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und den Datenschutz widmen sich den Unternehmen. Die Datenschutzbehörden stehen selten im Fokus des Interesses. Eine Umfrage unter den 16 Landesbehörden bietet einen Einblick in die aktuelle Stimmungslage.

Ein Ende der DSGVO-Anfragen ist nicht absehbar (Bild: haumaru / iStock / Getty Images)

Seit Mai haben die Datenschutzbehörden mit einer regelrechten Flut an Anfragen und Beschwerden zu kämpfen.

Wie das Unternehmen ER Secure in seiner Umfrage bestätigt, gingen seit Mai mehr als 70.000 Anfragen bei den Ämtern ein. Mit knapp 5.000 Anfragen ist Nordrhein-Westfalen hier Spitzenreiter.

Behörden bauen Personal wegen Anfragen-Flut auf

Die Anfragen rund um die DSGVO werden die Behörden weiter beschäftigen:

  • 60 Prozent der befragten Institutionen sehen eine gleichbleibende Tendenz bei den Anfragen auch für das vierte Quartal.
  • 20 Prozent erwarten eine deutliche Zunahme.
  • Nur die Ämter in den Bundesländern Hamburg, Nordrhein-Westfalen (NRW) und Saarland rechnen gemäß der Umfrage mit einer Abnahme.

Die Datenschutzbehörden haben deshalb mit dem Aufbau von personellen Ressourcen reagiert. Seit dem 25. Mai stellten diese weitere Mitarbeiter ein.

Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein werden auch im kommenden Jahr weitere Stellen schaffen. Die größte Behörde befindet sich in derzeit in NRW, hier sind 66 Personen angestellt. Ähnlich groß sind die Ämter in Baden-Württemberg (55 Mitarbeiter), Berlin (51 Angestellte) und Niedersachsen (49 Datenschützer).

Der Ausbau wird nach Ansicht der Studienautoren dazu beitragen, dass die Behörden wieder handlungsfähiger sein werden. So sind sie in der Lage, sich gezielter um Stichproben zu kümmern und konkreten Hinweisen zu Datenschutzverletzungen nachzugehen.

Online-Themen stehen im Fokus

Laut der Erhebung von ER Secure betreffen die Anfragen mehrheitlich Online-Themen. Videoüberwachung, Telemedien, Werbung und datenschutzkonforme Ausgestaltung von Webseiten sind ebenso stark gefragt. Auch der Datenschutz im Gesundheitsbereich ist ein häufiger Grund für die Ersuchen der Bürger.

Die Ergebnisse der Befragung trug ER Secure im Zeitraum September und Oktober 2018 telefonisch und per E-Mail zusammen.

Stephan Lamprecht