30. Juli 2015 - Neue Herausforderungen für den Datenschutz

Aktuelle Studie zum Internet der Dinge

Eine aktuelle Untersuchung beschäftigt sich mit der Weitergabe und Verarbeitung privater Daten, die im Rahmen smarter Technologien und des Internets der Dinge erhoben werden.

Studie zum Internet der Dinge Das Internet der Dinge lässt sich leicht für eine Überwachung missbrauchen (Bild: Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock)

Der Forschungsverbund „Forum Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt“ hat das 56-seitige White Paper „Das versteckte Internet“ publiziert, das problematische Aspekte für den Datenschutz beim Einsatz smarter Technologien thematisiert.

Die Autoren des Papiers zum Internet der Dinge sind Mitarbeiter der Universitäten Tübingen, Hohenheim, Kassel und München, der Fraunhofer-Institute ISI und SIT sowie des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein.

Das White Paper konzentriert sich auf die drei Anwendungsbereiche

  • Smart-TV,
  • intelligente Autos sowie
  • neue Endgeräte wie Smart Watches, die direkt am Körper getragen werden.

Es beschreibt die veränderten Rahmenbedingungen für den Privatheits- und Datenschutz beim Einsatz dieser Technologien sowie die Risiken, die bei deren Nutzung entstehen können.

Überwachung per Smart-TV

So erheben etwa Smart-TVs schon beim gewöhnlichen Fernsehen Nutzungs- und Verhaltensdaten und ermöglichen über Foto-, Audio- und Videoaufnahmen sogar eine persönliche Identifikation. Dadurch ließen sich, so die Forscher, nicht nur Einzelpersonen, sondern auch große Teile der Bevölkerung überwachen.

Autos und Fitnessbänder

Das treffe in ähnlicher Weise auch auf vernetzte Autos, die sogenannten Smart Cars, zu, die fahrzeugbezogene Daten, das Verhalten des Fahrers sowie Umgebungsdaten erfassen und sie an Fahrzeughersteller oder andere Verkehrsteilnehmer weiterleiten können. Neben Informationen über Fahrstil, Aufenthaltsort oder Fahrstrecke ließen sich durch die Verknüpfung mit anderen Daten zudem persönliche Merkmale und Gewohnheiten der Nutzer ableiten.

Bei Geräten wie intelligenten Fitnessarmbändern oder Smart Watches, die direkt am Körper getragen werden, würden durch die Erhebung von Gesundheitsdaten auch umfangreiche Informationen zu den privaten Lebensumständen der Nutzer erfasst.

Nutzer wissen oft nicht, was passiert

Den Nutzern dieser Geräte sei häufig nicht bewusst, in welchem Umfang Nutzerdaten erhoben und zu welchen Zwecken sie weitergeleitet werden. Auch über einen möglichen Schutz vor ungewollten Zugriffen und Datenweitergaben seien sich die Nutzer weitgehend im Unklaren. Peter Zoche, der am Fraunhofer ISI die Forschungsaktivitäten des Forum Privatheit koordiniert: „Der Forderung nach informationeller Selbstbestimmung stehen ein intransparenter Datenhandel und versteckt erfolgende Datenerhebungen gegenüber. Hinzu kommt, dass sich die Grundeinstellung smarter Geräte oft nur bedingt verändern lässt. Und wenn Nutzer aktiv werden möchten, um selbst für mehr Datenschutz zu sorgen, sehen sie sich mit einer Informationsflut und komplexen Geschäftsbedingungen konfrontiert.“

fgo

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