4. April 2017 - Datensicherheit

2016 beschert Datendieben neuen Rekord

Weltweit wurden 2016 mehr als vier Milliarden Datensätze entwenden und damit mehr als die fünffache Menge als 2015. Das ergab ein aktueller Report von IBM.

Ergebnisse der IBM-Studie zu Datendiebstahl 2017 Der aktuelle IBM X-Force-IT-Sicherheitsreport 2017 weist für 2016 einen neuen Rekord an digitalen Angriffen aus (Bild: IBM)

IBM Security hat die Ergebnisse des IBM X-Force Threat Intelligence Index 2017 veröffentlicht. Der Report analysiert IT-Sicherheitsdaten von rund 8.000 IBM-Kunden in mehr als 100 Ländern und Daten aus anderen Quellen wie Spam-Sensoren und Honeypots.

Warnsignal an Unternehmen: Steigerung um über 500 Prozent

Was die Analysten vermelden, ist ein deutliches Warnsignal an Unternehmen und Institutionen, ihre Daten besser zu schützen: Laut Report wurden in 2016 weltweit mehr als vier Milliarden Datensätze von Cyberkriminellen entwendet.

Für 2015 wies der Report noch 600 Millionen gestohlene Datensätze auf. Damit ist die Zahl der kompromittierten Datensätze um 566 Prozent gestiegen.

Banken beliebtes Angriffsziel

Besonders Finanzinstitutionen waren dabei laut IBM  im Visier der Cyberkriminellen. Neben personenbezogenen Angriffszielen wie Kreditkarteninformationen wurden 2016 auch vermehrt unstrukturierte Daten gehackt.

„E-Mail-Archive, Geschäftsdokumente, gestohlenes geistiges Eigentum oder Quellcodes eröffnen Kriminellen neue Möglichkeiten, etwa für den Insiderhandel,  und setzen Unternehmen weiter unter Druck“, so Christian Nern, Head of Security Software DACH bei IBM Deutschland.

Ransomware weiter auf dem Vormarsch

Gerade Erpressertrojaner, auch Ransomware genannt, waren 2016 ein lohnendes Geschäft für kriminelle Hacker – rund 70 Prozent aller betroffenen Unternehmen bezahlten jeweils über 10.000 US-Dollar an Lösegeld, um wieder Zugang zu ihren Geschäftsdaten und -systemen zu bekommen.

Kriminelle Hacker erbeuteten allein im ersten Quartal des vergangenen Jahres damit 209 Millionen US-Dollar. Durch die Bereitschaft von Unternehmen, Lösegeldforderungen Folge zu leisten, wächst die Beliebtheit von Ransomware weiter.

IBM Security identifizierte 44 Prozent der beobachteten Spam-Mails als Träger von Erpressungs-Trojanern.

ITK-Branche beliebtestes Ziel bei Datendiebstählen

Während der Gesundheitssektor im Jahr 2015 noch die Branche mit den meisten Hackerangriffen war, so verschob sich der Trend 2016 zu den Finanzinstitutionen.

Bei Datendiebstählen finden sich die Finanzdienstleister allerdings nicht an der Spitze der Liste der Betroffenen. Am schlimmsten von Sicherheitsvorfällen und Datenpannen betroffen waren in 2016 die Informations- und Kommunikations-Branche (IKT) und der öffentliche Sektor.

Strategiewandel im Gesundheitssektor

Einen Wandel in der Strategie der Cyberkriminellen will IBM im Gesundheitssektor beobachtet haben. Hier sei die Anzahl der Sicherheitsvorfälle in etwa gleich hoch geblieben. Jedoch konnten Cyberkrimielle im Jahr 2016 durch die Fokussierung auf Angriffe auf kleinere Institutionen nur zwölf Millionen Datensätze erbeuten.

fgo

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