19. April 2010 - Videoüberwachung

Wie Videosysteme dem Datenschutz helfen können

Die Umsetzung einer datenschutzkonformen Videoüberwachung kann nicht nur kleine Betriebe überfordern. Auch größere Unternehmen sind für eine entsprechende Unterstützung durch ein Videosystem dankbar. Leider sind Datenschutz-Funktionen in Videosystemen nicht Standard. Aber es gibt Ausnahmen, wie ein Besuch von Datenschutz PRAXIS auf der Light+Building 2010 zeigte.

Datenschutzkonzept ist Grundlage der Datenschutzorganisation (Bild: Mathias Rosenthal / iStock / Thinkstock)

Videoüberwachung bei Tankstellen

Wie der Landesbeauftragte für Datenschutz Rheinland-Pfalz mitteilte, findet die aktuell intensivste und nahezu flächendeckende Form der Videoüberwachung in Rheinland-Pfalz an den Tankstellen statt.

Mit einer Vorabkontrolle der Videoüberwachungen nach BDSG seien die Tankstellenbetreiber jedoch oftmals überfordert. „Der einzelne Tankkunde mag die flächendeckende Videoüberwachung an Tankstellen vielleicht noch gar nicht bemerkt haben, vielleicht ist sie ihm sogar egal – spätestens bei der illegalen Überwachung von Mitarbeitern oder bei Datenmissbräuchen in der Zahlungsabwicklung schreitet aber die Datenschutzaufsichtsbehörde ein“, so Edgar Wagner.

Datenschutz und Videoüberwachung durchaus vereinbar

Ein berechtigtes Interesse an einer Videoüberwachung bei Tankstellen wird keiner bezweifeln, wenn man an Raubüberfälle auf Tankstellenbetreiber, Ladendiebstahl im Tankstellen-Shop und an Benzindiebstahl denkt.

Die datenschutzgerechte Umsetzung einer Videoüberwachung (§ 6b BDSG, § 32 BDSG) kann durch Einsatz eines Datenschutzberaters, aber auch durch eine datenschutzfreundliche Videosystem-Lösung einfacher werden, natürlich nicht nur bei Tankstellen und nicht nur in Rheinland-Pfalz.

Deshalb sollten sich alle Unternehmen, die eine Videoüberwachung planen, auf die Suche nach entsprechenden Lösungen machen, damit Datenschutz und Videoüberwachung auch vereinbar sind

Videosysteme können bei Datenschutz-Bemühungen unterstützen

Wer sich auf der Light+Building 2010 in Frankfurt über Videosysteme informierte, konnte zahlreiche gute Ratschläge mitnehmen:

  • zu möglichen Anwendungsbereichen,
  • Art der Montage,
  • Witterungsschutz,
  • Kamerasteuerung,
  • mögliche Video- und Bildauflösung,
  • zur Netzwerkverbindung,
  • Speichermöglichketen und
  • zur möglichen Funkübertragung.

Auch das Thema Abhörsicherheit im Fall einer Funkverbindung wird mitunter thematisiert. Weniger häufig wird man jedoch auf spezielle Datenschutz-Funktionen treffen.

Datenschutz PRAXIS hat sich ein Videosystem genauer angeschaut, bei dem verschiedene Funktionen für Datenschutz und Datensicherheit zu finden sind.

Beispiel Mobotix MxControlCenter

So bietet zum Beispiel das MxControlCenter als Mobotix Videomanagement-System verschiedene Funktionen, die dem Datenschutz nützlich sein können. Dazu gehört

  • ein individualisierbares Berechtigungskonzept mit den Rollen Gast, Benutzer, Inhaber und Administrator (in Zukunft lassen sich auch eigene Rollen definieren),
  • Privilegien unter anderem für Live-Videos ansehen, Videoprints erstellen, Aufzeichnungen abspielen und bestimmte Ereignisse suchen.
  • Zudem können mit dem MxControlCenter die Speicherfristen für die Videoaufzeichnungen festgelegt und das Löschen der Videos automatisiert werden (Ringspeicherung).

Um Manipulationen an Videobildern feststellen zu können, lassen sich die Aufzeichnungen digital signieren. Dafür besitzt jede Kamera ein eigenes Digitales Zertifikat. Recherchen in Videoaufzeichnungen lassen sich unter anderem nach dem Vier-Augen-Prinzip einschränken und überwachen.

Kamera-Software bietet Privacy Zones

Auch die Mobotix Videokameras selbst haben ein Benutzer- und Berechtigungssystem, überprüfen optional die IP-Adresse des zugreifenden Benutzers und arbeiten mit der SSL-Verschlüsselung, um die Kommunikation mit der Videomanagement-Software, einem Webbrowser oder einer anderen Kamera abzusichern.

Modelle mit dem Zusatz Secure bieten zudem die Möglichkeit, geschützte Bereiche zu definieren, die zu definierbaren Zeiten gekachelt werden, um insbesondere die Privatsphäre der Beschäftigten zu schützen (Privacy Zones). Außerhalb der definierten Zeiten finden dagegen Aufnahmen in den sonst durch Kachelung verborgenen Bereichen statt.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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