2. Februar 2011 - Verfügbarkeitskontrolle

Wie steht es wirklich um Ihre Datenverfügbarkeit?

Ein Systemausfall kostet ein kleines oder mittleres Unternehmen durchschnittlich mehr als 9.000 Euro pro Tag. Trotzdem kümmert sich jedes zweite Unternehmen erst nach einem Ausfall um die Verfügbarkeit seiner Daten. Und wie steht es in Ihrem Unternehmen oder bei Ihren Mandanten?

wie-steht-es-wirklich-um-ihre-datenverfugbarkeit.jpeg
Verfügbarkeitskontrolle: Ist gewährleistet, dass personenbezogene Daten gegen zufällige Zerstörung oder Verlust geschützt sind? (Bild: Thinkstock)

Aktuelle Verfügbarkeitsstudie legt Schwachstellen offen

2010 war ein Jahr voller Datenverluste und Datenpannen. Der Datenschutz rückt deshalb zunehmend in den Fokus der Geschäftsleitung, so sollte man meinen.

Doch wenn es um die Verfügbarkeitskontrolle geht, hört es bei vielen Unternehmen mit dem Datenschutzbewusstsein auf: Die Notfallvorsorge im Datenschutz ist für 40 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) keine Priorität, so das Ergebnis der Symantec-Studie „2011 SMB Disaster Preparedness Survey“.

Kein Backup-Plan, keine regelmäßigen Backups

Die Studie zeigt noch weitere Schwachstellen: Obwohl jeder Tag ohne gesicherte Datenverfügbarkeit bares Geld kosten und das Unternehmens-Image bedrohen kann, haben 50 Prozent der befragten KMU keinen Notfallvorsorge- und Backup-Plan. 41 Prozent der Befragten sagten sogar, dass ihnen die Notwendigkeit für einen solchen Verfügbarkeitsplan gar nicht bewusst war.

Mit der Umsetzung der Backups sieht es entsprechend schlecht aus: Weniger als die Hälfte der kleinen und mittleren Unternehmen macht mindestens jede Woche ein Backup, nur 23 Prozent setzen auf tägliche Backups.

Verfügbarkeitskontrolle erst nach dem Ausfall

Die Planung der Notfallvorsorge haben 50 Prozent der Unternehmen mit Verfügbarkeitsplan erst nach einem Ausfall oder Datenverlust in Angriff genommen. Nur 28 Prozent testen ihren Notfallplan für den Datenschutz.

Kein guter Status bei der Verfügbarkeitskontrolle der 1.800 befragten KMU! Doch sieht es bei den großen Unternehmen besser aus?

Auch große Unternehmen haben Verfügbarkeit nicht im Griff

Symantec hat auch 1.700 Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten befragen lassen. Laut der „2010 Disaster Recovery Study“ verwenden große Unternehmen 26 Prozent ihres IT-Budgets für die Notfallvorsorge. Da sollte man eigentlich erwarten, dass alles im grünen Bereich ist.

Doch weit gefehlt: Virtualisierung und Cloud Computing wird bei diesen Unternehmen aus Kostengründen zwar großgeschrieben, doch nur 56 Prozent der Befragten haben auch an die Backups für virtuelle Server und Cloud-Dienste gedacht. Zudem finden diese Backups bei 82 Prozent maximal einmal pro Woche statt. 55 Prozent der großen Unternehmen sagen deshalb auch, dass das Backup für die Daten in der Cloud ihre größte Herausforderung bei der Datenverfügbarkeit sei.

Stromausfälle für 70 Prozent der Downtime verantwortlich

70 Prozent der Zeiten ohne Systemverfügbarkeit (Downtime) ging bei den befragten Unternehmen auf das Konto von Stromausfällen, aber nur 26 Prozent kontrollieren ihre Maßnahmen gegen solche Störungen in der Stromversorgung. 18 Prozent der großen Unternehmen machen sogar überhaupt keine Tests ihres Notfallplans.


Arbeitshilfe:


Die Gründe für das Ausbleiben der Tests sind leider kurzsichtig: So testen Unternehmen die Datenverfügbarkeit nicht insbesondere

  • aus Budgetgründen (60 Prozent),
  • um die Mitarbeiterproduktivität nicht zu stören (59 Prozent) und
  • um nicht Kundendienste negativ zu beeinflussen (24 Prozent).

Nicht die Verfügbarkeitskontrollen sind teuer, sondern die Systemausfälle!

Allerdings machen sich die Unternehmen nicht klar genug, wie teuer und imageschädigend es werden kann, wenn es zu einem Datenverlust und Systemausfall kommt. So hat CA Technologies in Bericht „Aviodable Costs of Downtime“ ermittelt, dass die Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten durchschnittlich 552 Personenstunden pro Jahr durch Systemausfälle verlieren.

Während eines Systemausfalls beträgt nach dieser Studie die Produktivität weniger als zwei Drittel der normalen Produktivität. Diese Ausfälle sollten bedacht werden, wenn die Verfügbarkeitskontrolle als zu aufwendig gilt.

Nehmen Sie deshalb in Ihrem Unternehmen die Verfügbarkeitskontrolle in den Blick und sensibilisieren Sie die Geschäftsleitung für das oftmals unbeliebte Thema Backups und Notfallvorsorge. Prüfhinweise finden Sie in unserem Download.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist. Er ist Mitherausgeber des neuen WEKA-Tools „
Verfahrensverzeichnis-Manager„.

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln