19. November 2009 - Datenschutz-Sensibilisierung

Wie Sie Datenschutz attraktiver machen

Datenschutz sei sexy geworden und müsse kein trockenes Thema sein, so Teilnehmer der 31. Internationalen Konferenz der Datenschutzbeauftragten in Madrid. Das klingt gut, aber wie soll man das in den Unternehmensalltag einbringen? Wir zeigen Ihnen Beispiele, wie sich Datenschutz spannend vermitteln lässt.

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Datenschutz sei sexy - diese Auffassung vertraten zumindest die Datenschutzbeauftragten auf ihrer internationalen Konferenz in Madrid (Bild: Thinkstock)

Alle drei Sekunden wird eine Identität im Internet gestohlen. Jeder Fünfte wird Opfer eines Internetverbrechens. Internetkriminelle verdienen inzwischen mehr als Drogenhändler.

Argumente für Datenschutz gibt es genug

Das sind klare Argumente dafür, mehr für den Schutz personenbezogener Daten zu machen. Aber wie können Sie diese Fakten vermitteln, um die Datenschutz-Sensibilisierung in Ihrem Unternehmen zu verbessern? Reicht eine PowerPoint-Folie aus, auf denen Sie solche und andere erschreckende Zahlen darstellen?

Datenschutz braucht Attraktivität

Fast könnte man sagen, es kommt auf die Foliengestaltung an. Tatsächlich sind es nicht nur die Inhalte, die über den Erfolg einer Datenschutz-Schulung entscheiden, sondern auch die Medien, die zum Einsatz kommen. Dabei sind visuelle Medien grundsätzlich zu bevorzugen, in jedem Fall also eine Präsentation mit übersichtlichen Folien und kein Vortrag im Sinne einer Vorlesung.

Wie gut sich Medien, genauer Multimedia, für die Zwecke des Datenschutzes einsetzen lassen, zeigt ein sehr ansprechendes Beispiel aus den USA.

Internet führt nicht nur zu Risiken, …

Das Internet ist bekanntlich mit Vorsicht zu genießen. Doch es liefert auch interessante Möglichkeiten, vorausgesetzt, Ihre Mitarbeiter und Sie haben den Webbrowser und alle Plugins aktualisiert und korrekt eingestellt.

… sondern auch zu unterhaltsamen Datenschutz-Clips

Mit einem abgesicherten Internet-PC lässt sich eine Fülle von guten Datenschutz-Videos und Datenschutz-Programmen nutzen. Der Sicherheitsanbieter Symantec zum Beispiel hat (englischsprachige) Videos im Netz (etwa auf YouTube unter www.youtube.com/user/norton), die einen Einblick in das Internetverbrechen geben. Dort sieht man, wie Identitäten verkauft werden, wie Phishing funktioniert, wie Keylogger arbeiten und warum Spamming für den Empfänger nicht nur lästig ist.

Datenrisiken und Schwarzmarkt-Wert bestimmen

Datenschutz-Sensibilisierung mithilfe des Internets bedeutet aber auch Interaktivität. Wie dies möglich ist, zeigt das Symantec-Unternehmen Norton mit dem Risk Assessment Tool und der Website Every Click Matters (www.norton.com/everyclickmatters).

Auf dieser Website werden Datendiebstahl über fingierte Online-Angebote, Verkauf von Identitäten und das Geschäft krimineller Finanzagenten in kurzen Filmen dargestellt. Darüber hinaus erläutert sie Beispiele für die Risiken bei Online-Shopping, Datenaustausch (File-Sharing) und E-Mail und stellt die bekanntesten Internetkriminellen.

Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, den Wert der eigenen Daten auf dem Schwarzmarkt und das eigene Datenrisiko zu berechnen.

Werbung für mehr Datenschutz

Aber auch ohne Internet und die teils werblichen Internet-Simulationen der Sicherheitsanbieter können Sie medial für die Datenschutz-Sensibilisierung etwas tun.

Starten Sie dazu in Absprache mit Ihrer Geschäftsleitung eine Datenschutz-Werbekampagne. Unsere Checkliste nennt Ihnen mögliche Elemente einer Promotion für den Schutz personenbezogener Daten. Damit bekommt Werbung einmal einen ganz anderen Anstrich für Datenschützer!

Gratis-Download: Checkliste Datenschutz-Werbekampagne


Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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