13. Dezember 2011 - Mobile Endgeräte

Remote Wipe: Wie sich Daten nach dem Diebstahl löschen lassen

Werden Smartphones oder Handys gestohlen oder gehen sie verloren, sind immer auch personenbezogene Daten in Gefahr. Leider wird dies den Betroffenen meist erst nach dem Diebstahl oder dem Geräteverlust so richtig deutlich. Doch nicht immer ist es dann schon zu spät, die Daten zu löschen. Remote Wipe kann eine Lösung bieten.

Handy-Diebstahl Smartphone gestohlen? Remote Wipe kann die Daten vor Missbrauch retten. (Bild: Manuel-F-O / iStock / Thinkstock)

Kein Ersatz für Backup und Datensparsamkeit

Es gilt auch im Datenschutz: Eine Lösung, die erst nach einem Vorfall zum Einsatz kommt, ist in aller Regel nicht die beste Lösung. So ist ein Airbag im Fahrzeug ein wichtiger Schutzmechanismus, wenn es einmal zu einem Unfall kommt. Doch besser ist es, man versucht den Unfall zu vermeiden, zum Beispiel durch angepasste Geschwindigkeiten.

Wenn Sie also in Ihrem Unternehmen prüfen, wie die Daten auf mobilen Endgeräten abgesichert sind, sollten Sie zuerst Datensparsamkeit, Passwortschutz, Verschlüsselung, Anti-Malware und Backup für Handys und Smartphones empfehlen. Doch auch für den Ernstfall sollte vorgesorgt sein.

Datenlöschung/Remonte Wipe aus der Ferne

Stellen Sie sich vor, einer der Mitarbeiter Ihres Unternehmens vergisst das Firmen-Handy im Taxi. Leider passiert dies in der Praxis sehr häufig. Oder sein Smartphone wird während eines Messebesuchs gestohlen. An Verschlüsselung hatte er nicht gedacht, und nun sind die auf dem mobilen Endgerät gespeicherten Daten wie Kontakte, Nachrichten, Termine und geschäftlichen PDF-Dateien in Gefahr. Sowohl auf der SIM-Karte als auch im internen Speicher des Handys liegen ungeschützte Daten. Jetzt wäre eine schnelle Datenlöschung aus der Ferne der Rettungsanker.

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Damit die Fernlöschung auch klappt

Eine Fernlöschung ist technisch unter gewissen Voraussetzungen möglich. Doch zuerst einmal müssen die organisatorischen Bedingungen vorhanden sein. So muss der betreffende Mitarbeiter den Verlust oder Diebstahl sofort dem Administrator melden. Geschieht dies nicht, geht wertvolle Zeit verloren.

Und zu allem Überfluss stellen manche Unternehmen selbst bei Rückkehr des Mitarbeiters nicht fest, dass ein mobiles Endgerät fehlt, weil die Bestandsliste nicht aktuell geführt wird. Bevor also nach einer technischen Lösung für die Fernlöschung (auch Remote Wipe genannt) gesucht wird, sollten Sie die Mitarbeiter und die Administratoren dafür sensibilisieren,

  • dass Verluste von Geräten sofort gemeldet werden und
  • dass es immer einen aktuellen Überblick über den Verbleib der Geräte geben muss.

Lösungen für Remote Wipe gibt es genug

Um die Daten auf Smartphone oder Handy im Fall eines Diebstahls oder Geräteverlustes aus der Ferne zu löschen, bieten sich je nach Modell und Hersteller spezielle Wege an. So gibt es für das Apple iPhone und für BlackBerry-Geräte spezielle Funktionen, um ein Remote Wipe auszuführen. Dabei kommen dann Funktionen des BlackBerry Enterprise Servers (BES) oder aber Apple MobileMe zum Einsatz. Windows Phone bietet für Windows Mobile Smartphones ebenfalls eine Fernlöschung an. Aber auch Anti-Malware-Hersteller haben eine Lösung parat, wenn Daten aus der Ferne gelöscht werden sollen: Kaspersky Mobile Security oder F-Secure Anti-Theft sind Beispiele dafür.

Remote Wipe zuvor aktivieren

Allerdings muss man bei solchen Lösungen für Remote Wipe auch vorher an einen möglichen Datendiebstahl denken. Nur wenn die Funktionen auf den Endgeräten auch aktiviert wurden, kann eine Fernlöschung erfolgen. Dabei kann man je nach Lösung auch festlegen, welche Ordner und Dateien auf dem Smartphone im Fall des Verlustes gelöscht werden sollen.

Das Löschen selbst funktioniert später über eine spezielle SMS, die an das verlorene Gerät geschickt wird. Schaltet der Finder oder mögliche Datendieb das Smartphone ein und wird die SMS mit dem Löschbefehl abgeholt, dann lassen sich die Daten aus der Ferne löschen. Allerdings muss dann das Smartphone dazu noch unter der bekannten Mobilfunknummer erreichbar sein, darf also keine neue SIM-Karte in sich tragen.

An SIM-Kartenwechsel denken

F-Secure Anti-Theft zum Beispiel bietet deshalb drei Funktionen für den Fall des Geräteverlustes an: Remote Lock als SMS-Befehl sperrt das Gerät, Remote Wipe löscht nach dem entsprechenden SMS-Befehl die Daten und Theft Control sperrt bei Wechsel der SIM-Karte das Gerät und überträgt die neue Rufnummer als SMS an eine zuvor definierte Mobilfunknummer des Besitzers.

Geht also ein Smartphone verloren, muss noch nicht alles verloren sein. Doch ersetzt solch eine Funktion zum Remonte Wipe nie die Forderung nach Verschlüsselung, Backup und Datensparsamkeit.

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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