13. November 2012 - Mobiler Datenschutz

Wie kritisch sind Apps als Gesundheitsmanager?

Die Medien sind voll von Berichten über datenhungrige Smartphone-Apps und mobile Sicherheitslücken. Trotzdem laden die Nutzer immer mehr Apps herunter und installieren sie. Zeigen Sie deshalb in Ihrer Unterweisung, wie weit die Datenverarbeitung mit Apps inzwischen geht: Apps werden zu mobilen Gesundheitsmanagern und halten Patientendaten vor.

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Apps im Gesundheitsbereich ohne ausreichenden Schutz lassen einen tiefen Einblick in den Gesundheitszustand des Smartphone-Nutzers zu (Bild: Thinkstock)

Apps auch im Gesundheitsbereich

Über 21 Millionen Deutsche nutzen mittlerweile Smartphone-Apps, kleine Programme auf ihrem Mobiltelefon. Im vergangenen Jahr waren es erst 15 Millionen App-Nutzer, so der Hightech-Verband BITKOM.

Auch die Zahl der durchschnittlich installierten Apps hat laut BITKOM zugenommen: Im Schnitt hat jeder Smartphone-Besitzer 23 Apps installiert, jeder Siebte (14 Prozent) sogar mehr als 40. 2011 lag der Durchschnitt noch bei 17 Smartphone-Apps. Dabei gibt es inzwischen Apps für nahezu jeden Bereich, auch im sensiblen Gesundheitsbereich.

Patientendaten in der App-Welt

Gegenwärtig gibt es mehr als 15.000 verschiedene Apps im Bereich Gesundheitswesen, die durchaus datenschutzkritische Funktionen haben. Verfügbar sind

  • Apps zur Speicherung von persönlichen Blutdruckwerten,
  • Apps, die angeblich einen Hörtest oder Sehtest ermöglichen,
  • Apps, die an die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln erinnern, oder
  • Apps, die ein mobiles, kleines Gesundheitslexikon darstellen, so dass man unterwegs schnell einmal nachsehen kann, was gegen Zahnschmerzen hilft.

Andere Apps werden als Gesundheitsmanager angeboten: Sie speichern zum Beispiel persönliche Vitalwerte, die Blutgruppe, bekannte Allergien, die Zustimmung zur Organspende, die Patientenverfügung, Arzttermine und Vorsorgeuntersuchungen sowie die Kontaktdaten der Ärzte und Apotheken der Wahl. Apps werden hier also zu Speicherorten von sensiblen Patientendaten.

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Kritische Beispiele rütteln wach

Wenn Sie in Ihrer Unterweisung Apps als Gesundheitsmanager beispielhaft nennen, haben Sie eine gute Grundlage, um für die App-Risiken zu sensibilisieren:

  • Die meisten Beschäftigten würden ihre Gesundheitsdaten nicht einfach an irgendjemanden weitergeben, doch wissen sie bei der Verwendung solcher Gesundheits-Apps wirklich, was mit den Daten passiert?
  • Die in einer App gespeicherten Gesundheitsdaten könnten in die Hände Unbefugter geraten, wenn der App-Anbieter gar nicht der ist, der er vorgibt zu sein, wenn die Daten ohne Einwilligung in die App an Werbepartner weitergegeben oder die Daten in der App nicht sicher verschlüsselt werden.
  • Apps im Gesundheitsbereich ohne ausreichenden Schutz lassen Smartphone-Diebe oder unehrliche Smartphone-Finder einen tiefen Einblick nehmen in den Gesundheitszustand des Besitzers.

Risiken drohen bei vielen Apps

Wenn den Beschäftigten am Beispiel Gesundheitsmanager-Apps deutlich wird, was unzureichender mobiler Datenschutz bedeuten kann, sollten Sie es nicht versäumen, auf die Risiken bei anderen App-Typen hinzuweisen. Apps im Gesundheitsbereich zeigen drastisch, was alles passieren kann, wenn unsichere Apps genutzt werden. Doch man muss mit drastischen Beispielen arbeiten, um die Risiken in das Bewusstsein der Nutzer zu bekommen.

Nutzen Sie die aktuelle Mitarbeiterinformation „Sensible Daten, sensible Apps“, um die Smartphone- und Tablet-Nutzer dafür zu sensibilisieren, dass Apps sich schnell installieren lassen, aber auch schnell und dauerhaft zu einer Gefahr werden können!

 

Oliver Schonschek
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist.

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